Lesung Die Märchenwelt der Kaiserin Elisabeth von Österreich

08.11.2019

Feenkönigin Titania, Hexe Dämonia ...: Sissi liebte fantastische Erzählungen. Sie hat auch selbst Märchen erfunden.

Die Märchenwelt von Sissi in einem Buch zusammengefasst.
Die Märchenwelt von Sissi in einem Buch zusammengefasst. © Kiderle

München – Viele Mythen und Geschichten ranken sich um Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi: um ihre Schönheit, ihre Liebe zu Pferden, zur Natur und zu ihrer Abneigung gegenüber dem Wiener Hof und seinem Zeremoniell. Weniger bekannt war bisher, dass sie auch passionierte Märchenliebhaberin gewesen ist. Die phantastischen Geschichten, Sagen und Märchen hat Alfons Schweiggert gesammelt und mit biographischen Ereignissen ihres Lebens erläutert. Seine Publikation „Märchen der Kaiserin Elisabeth“ hat er am 7. November 2019 in der Buchhandlung Michaelsbund bei einer Autorenlesung vorgestellt, die musikalisch von Monika Trasch und Konstantin Ischenko gestaltet wurde. „Das ist das schönste Buch, das wir jemals gestaltet und herausgegeben haben“, erklärte Stefan Eß, Geschäftsführender Direktor des Sankt Michaelsbundes, zur Begrüßung. Als Schweiggert ihm das Manuskript vorgestellt habe, sei schnell klar gewesen, dass diese Thematik und Herangehensweise in Bezug auf Sissi neu sei.

Sagen rund um den Starnberger See

Ob Märchen der Feenkönigin Titania, der Hexe Dämonia, der Zauberin Kirke oder der ägyptischen Göttin She: Die Liebe zu fantastischen Erzählungen begann bereits in Elisabeths Kindheit und begleitete sie in ihr Leben als Kaiserin. Elisabeths wohl erstes Märchen war „Des Märchens Geburt“, das 1845 im „Deutschen Märchenbuch“ erschienen ist. Sissi erkannte darin wohl sich und ihren Lieblingsbruder Carl Theodor in den zwei Königskindern, die unglücklich waren, obgleich sie alles hatten. Der Sage nach wurde das Märchen in Form eines goldenen Ei geboren, dass ein Vogel legte und den Kindern die Freude zurückbrachte.

Lesung in der Buchhandlung Michaelsbund mit Autor Alfons Schweiggert.
Lesung in der Buchhandlung Michaelsbund mit Autor Alfons Schweiggert. © Kiderle

Später interessierte sie sich für Sagen, „die mit den ländlichen Orten ihrer Kindheit, vor allem mit Possenhofen und dem Starnberger See verbunden waren wie beispielsweise die Geschichte vom „Schlafenden Riesenwurm im Starnberger See“. Ein Bauer soll sie ihr am Seeufer erzählt haben, als das Mädchen Kieselsteine in den See warf. Er warnte sie davor, den „Würmdrachen“ zu stören, der in der Lage war, die ganze Welt zu überfluten, wenn er auf die Oberfläche kam. Zu nennen ist da auch die Sage vom „Teufelspudel von Percha“, die Vater Herzog Max der kleinen Elisabeth und Carl Theodor auf einem Ausritt ausmalte.

Sissi hat eigene Märchen erfunden

„Sissi hat auch selbst Märchen erfunden und erzählt, wenn sie auch kein Märchenbuch geschrieben hat“, so Schweiggert. Diese sind überliefert, weil ihre Nichte und Gefährtin Marie Louise Wallersee-Larisch diese aufgeschrieben hat. Ebenso wichtig wie die Inhalte der Märchen waren auch die Orte, an denen Sissi sich in die Märchen hineinvertiefte: im Wald, an Seeufern und Parklandschaften. Auch in den Bergen und vor allem am Meer „das sie mit ihren Yachten rastlos durchkreuzte“, so Schweiggert.

„In der Gestalt der Märchenfee Titania überwand Sissi stets auf Neue Kummer und Schmerz, denn sie fühlte sich als Reinkarnation der Feenkönigin“, so Schweiggert. Am Wiener Hof habe sie sich wie im goldenen Käfig gefühlt. Eine gertenschlanke Figur und atemberaubende Schönheit, strahlende blaue Augen sowie Selbstbewusstsein und Rachsucht zeichneten die Feenkönigin aus, die gemeinsam mit ihrem Gemahl Oberon herrschte. Sissi liebte das Fühlen und Spüren, dass Märchen ermöglichen, so Schweiggert. „Durch die Beschäftigung mit Märchen gelang es ihr in Krisensituationen immer wieder, sich selbst zu therapieren und wenigstens zeitweise zu seelischem Gleichgewicht zu kommen, das eigenen Wesen und Dasein zu begreifen. „Es beglückte sie, in ihren Traumwelten ein Geistwesendasein führen zu dürfen“. Auf diese Weise hätte sie Herrscherin im eigenen Reich bleiben können. (Alexa Glawogger-Feucht)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Monat der Spiritualität

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