Seelsorger am Münchner Flughafen „Wie in der Nebensaison“

31.07.2020

Flughafenseelsorger Franz Kohlhuber spürt eine andere Stimmung am Flughafen als in den Jahren zuvor. Die Zahl der Reisenden entspricht einem Drittel des normalen Reiseverkehrs in der Ferienzeit.

Leerer Flughafen
Bei den Zahlen der Reisenden spricht Flughafenseelsorger Kohlhuber von einem Drittel des Aufkommens, das für die Ferienzeit im August normal wäre. © Denys -stock.adobe.com

München – Ferienzeit ist Reisezeit. Und das ist nirgends mehr zu spüren als auf Bayerns Autobahnen oder am Münchner Flughafen. Nicht so in diesem Jahr. Aufgrund steigender Zahlen von Corona-Infektionen im Ausland sind die Menschen vorsichtig. Das merkt auch Franz Kohlhuber, der am Franz-Josef-Strauß-Flughafen im Erdinger Moos als Seelsorger unterwegs ist. „Die Zahlen derer, die gerade wegfliegen, sind so weit unten, dass man das Gefühl hat, man ist in einer Nebenzeit“, bestätigt Kohlhuber. Viele Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Bei den Zahlen der Reisenden spricht Kohlhuber von einem Drittel des Aufkommens, das für die Ferienzeit im August normal wäre. Doch nicht nur weniger Menschen im Terminal spiegeln die aktuelle Ausnahmesituation wieder. „Die Masken machen äußerlich deutlich, dass wir uns in einer anderen Zeit befinden“, erzählt der Seelsorger. „Und auch die Stimmung ist eine andere. Das typische Wow, wir fliegen in den Urlaub fehlt in diesem Jahr.“

Ist Urlaub das Risiko wert?

Menschen, die gebucht haben, sind aufgrund der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen im Ausland nun doch wieder am Zögern und Überlegen, so die Erfahrung von Franz Kohlhuber. „Viele stellen sich die Frage: Was riskiere ich damit?“ Doch bei vielen Urlaubern ist der Druck einfach mal raus zu müssen nach monatelangem Homeoffice oder Homeschooling enorm. Dafür hat der Flughafenseelsorger Verständnis.  „Ich verstehe es, wenn die Menschen sagen, sie brauchen jetzt einfach einen Tapetenwechsel“, so Kohlhuber. „Aber ich appelliere an die Vernunft, sich auch im Ausland an die Hygienevorgaben zu halten und Menschenmassen zu meiden. Dieser Urlaub kann Erholung sein, aber er steht wegen Corona unter anderen Vorzeichen. (Maria Greckl, Redakteurin)


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