100 Jahre DJK-Sportverband Erlebnis vor Ergebnis

16.09.2020

Egal ob Basketball-Legende Dirk Nowitzki, Ex-Tischtennis-Star Jörg Roßkopf oder Skispringer Severin Freund – sie alle haben ihre sportlichen Wurzeln im katholischen DJK-Sportverband. In diesen Tagen feiert der Verband seinen 100. Geburtstag.

Dirk Nowitzki bei einem Basketball-Spiel im Trikot der DJK Würzburg
Basketball-Legende Dirk Nowitzki begann seine Karriere in den 1990er Jahren bei der DJK Würzburg. © imago images/Alfred Harder

München – Am 16. September 1920 wurde der DJK-Sportverband in Würzburg gegründet. 100 Jahre später wird der katholische Verband gerne als "das Gewissen des deutschen Sports" bezeichnet, erklärt Johann Grundner, Geschäftsführer des DJK-Sportverbands in der Erzdiözese München und Freising. „Das ist zwar einerseits eine hohe Wertschätzung, gleichzeitig aber auch ein Anspruch, dem der Verband natürlich immer wieder aufs Neue gerecht werden muss“, sagt Grundner.

Bei Großereignissen und bei den Global Playern des Sports sei die DJK als mahnende Stimme weniger bedeutsam als an der Basis, so Grundner. Dort könne sie mit ihren vielen Vereinen und Mitgliedern einiges zu einem werteorientierten Sport beitragen. Der Verband versuche das Motto „Erlebnis vor Ergebnis“ mit seinen Angeboten zu leben, etwa durch Fairness-Preise im Jugendbereich, Mixed-Turniere beim Volleyball oder Stockschützen-Wettbewerbe für Anfänger.

Große Herausforderung

Die Corona-Pandemie habe die Vereine vor enorme Herausforderungen gestellt, nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch im organisatorischen im Hinblick auf Wahlen oder Mitgliederversammlungen.

Der Lockdown und die folgenden Einschränkungen hätten aber auch kreatives Potential bei Verband und Vereinen freigesetzt, das hoffentlich auch künftig noch zur Geltung komme. Als Beispiele nennt Grundner Aktionen wie „Pilgern als virtueller Staffellauf“, viele Online-Sportangebote oder die Nachbarschaftshilfe.

Gesellschaftliche Bedeutung

Die Sportvereine erledigten gerade in der Jugendarbeit oft Aufgaben, für die sonst viele Sozialarbeiter nötig seien. Dass sich diese Erkenntnis bei der Politik häufiger in tatkräftige Unterstützung der Vereine umsetzt, sei wünschenswert, betont der DJK-Geschäftsführer.

Grundner wünscht seinem Verband zum Jubiläum, dass der eingangs erwähnte Slogan „Erlebnis vor Ergebnis“ auch in den nächsten 100 Jahren noch Bestand hat. Er hoffe, „dass das gemeinsame Sporttreiben, das gemeinsame Siegen, aber auch das gemeinsame Verlieren weiter als Wert erkannt und gelebt wird“. Zudem wünsche er sich, dass die Kirche den Sport – stärker als gegenwärtig – als pastorale Chance erkenne, um auch Jugendliche und kirchenferne Menschen zu erreichen.

DJK-Sportverband

Der DJK-Sportverband ist ein katholischer Sportverband in Deutschland mit Sitz im rheinischen Langenfeld. Er versteht sich als christlich wertorientierter Sportverband unter katholischem Dach und nimmt laut eigenen Angaben jeden auf, der diese Orientierung mitträgt. Während der NS-Zeit wurde die Deutsche Jugendkraft 1935 verboten und aufgelöst. Heute ist sie als Verband mit besonderen Aufgaben Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbunds. Etwa 500.000 Sportler betreiben in rund 1.100 DJK-Vereinen über 100 Sportarten. Präsidentin ist seit 2015 Elsbeth Beha. Geistliche Bundesbeirätin ist seit 2018 Elisabeth Keilmann, die zugleich Olympia- und Sportseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz ist. (kna)

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de


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