75 Jahre Tag der Befreiung 14 weiße Fahnen am Münchner Rathaus

29.04.2020

Ein Zeichen für Frieden und Freiheit soll am 30. April in ganz München zu sehen sein. Alle Bürger können sich daran beteiligen.

Weiße Fahnen vor dem Münchner Rathaus.
Weiße Fahnen vor dem Münchner Rathaus. © SMB/Stöpler

München – Vom 30. April bis zum 8. Mai 2020 werden vor dem Rathaus am Marienplatz 14 weiße Fahnen mit der Aufschrift „Tag der Befreiung – 30. April 1945“ gehisst. Mit dem Einmarsch der Rainbow Division der US-Army am 30. April 1945 wurden das Nazi-System und die „Hauptstadt der Bewegung“ beendet. Am 7. Mai 1945 musste der Nazi-General Jodl die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnen, am 8. Mai war der Krieg zu Ende.  

Der 30. April 1945 war und bleibt „ein die Zeiten überdauernder Tag der befreienden Niederlage und des rettenden Zusammenbruchs“, so Martin Sabrow vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. 

Zeichen für Frieden und Freiheit

Veranstaltungen, Vorträge und Versammlungen zum 75. Jahrestag der Befreiung mussten auf Grund von Corona abgesagt werden. Umso wichtiger ist es den Organisatoren des Projekts, das unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeiter Dieter Reiter steht, trotzdem öffentliche Zeichen zu setzen. "Am 30. April 1945 waren nur wenige weiße Fahnen in München zu sehen. 75 Jahre danach sollen weiße Fahnen und Tücher in der ganzen Stadt wehen, als Zeichen für Frieden und Freiheit, gegen Krieg, Hass und Gewalt."

Neben städtischen Institutionen wie Behören, Museen und Schulen, sind auch alle Bürger eingeladen, aus den Fenstern von Wohnungen und Häusern weiße Fahnen oder Tücher zu hängen. Musiker sollen am 30. April um 12.00 Uhr, aus Fenstern und von Balkonen, Lieder und Musik zum Tag der Befreiung ertönen zu lassen. (vt/pm)

Ebenfalls am 30. April soll das online-Museum „Tag der Befreiung“ eröffnet werden. Dazu werden Fotografien aus München gesucht, die rund um den 30. April 1945 gemacht wurden. Die Bilder werden auf einer interaktiven Karte von München präsentiert. Wer Aufnahmen aus dieser Zeit besitzt, kann eine digitale Version (Scan, Foto vom Foto) für die Online-Ausstellung an freiheit@84ghz.de schicken.


Das könnte Sie auch interessieren

Künstler Wolfram P. Kastner brennt einen Kreis an die Stelle an der 1933 Bücher verbrannt wurden.
© imago images / HRSchulz

Erinnerung an Bücherverbrennung in München

Jedes Jahr erinnert eine Marathon-Lesung in der bayerischen Landeshauptstadt an die nationalsozialistische Bücherverbrennung. Das katholische Medienhaus Sankt Michaelsbund wirkt an dieser Lesung mit,...

08.05.2020

Verbranntes Buch, Asche
© Edalin - stock.adobe.com

Lesung gegen das Vergessen

Nicht wie in den Jahren davor am Königs- und Odeonsplatz, sondern wegen Corona digital, wird heuer die Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis begangen. Neben bekannten Persönlichkeiten kann...

05.05.2020

Tor in Dachau
© SMB

Heimliche Wunder in der Hölle

In Dachau befand sich seit 1933 die "Mörderschule der SS". Und bald auch das größte Priestergefängnis der Geschichte: Das KZ war die Hölle. Aber eine, in der sich auch Wunder ereigneten. Heimlich.

28.04.2020

Denkmal für Josef Grimm und Georg Hangl auf dem Göttinger Friedhof
© Helga Mittermiller

Kriegsende 1945 in Oberbayern SS ermordet Pfarrer und Lehrer

Das Hissen einer weißblauen Fahne auf dem Kirchturm kostete Pfarrer Josef Grimm und Lehrer Georg Hangl aus Götting bei Bad Aibling vor 75 Jahren das Leben.

27.04.2020

Dietrich Bonhoeffer mit Schülern
© Bundesarchiv/CC BY-SA 3.0 de

Ein unbequemer Außenseiter

Er warnte vor den Nazis, forderte Beistand der Kirche für Juden und half, das Attentat gegen Hitler vorzubereiten. Dietrich Bonhoeffer widmete sein Leben dem Glauben und den Menschen. Vor 75 Jahren...

09.04.2020

Mural vo Anne Frank beim Anne Frank- Zentrum Berlin.
© imago images / Winfried Rothermel

Mutige Zeitzeugin Vor 75 Jahren starb Anne Frank

"Ich höre den anrollenden Donner immer lauter, der auch uns töten wird", schrieb das jüdische Mädchen im Juli 1944 ins Tagebuch. Wenige Monate später starb sie mit 15 Jahren im KZ.

04.02.2020

Pater Alfred Delp vor dem Volksgerichtshof 1945 in Berlin.
© KNA-Bild/KNA

Denker für ein anderes Deutschland Vor 75 Jahren ermordeten die Nationalsozialisten Alfred Delp

Noch in der Todeszelle schrieb Alfred Delp eindringliche, religiöse Meditationen. Zum 75. Todestag wird mit Gottesdiensten und einer Ausstellung an den Jesuiten erinnert.

02.02.2020

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren