Bistum Augsburg 15 Millionen Euro für Weltbild

23.10.2013

Der angeschlagene katholische Medienkonzern Weltbild erhält eine Finanzspritze. Mit 15 Millionen Euro will das Bistum Augsburg der Verlagsgruppe helfen - auch aus "besonderer Sorge" um die Mitarbeiter. Das Bistum selbst hält rund zwölf Prozent an den Weltbild-Anteilen.

Filiale des Weltbildverlags in München (Bild: Sankt Michaelsbund)

Augsburg - Das Bistum Augsburg greift dem kriselnden katholischen Weltbild-Konzern unter die Arme. Das Unternehmen soll eine Liquiditätshilfe von bis zu 15 Millionen Euro erhalten, wie das Bistum am Mittwoch mitteilte. Das hätten der Diözesansteuerausschuss und der Diözesanvermögensrat auf Initiative von Bischof Konrad Zdarsa beschlossen.

Der geplante Beitrag des Bistums zur "Restrukturierung der Verlagsgruppe" liege rechnerisch weit über dem Gesellschafteranteil Augsburgs, heißt es in der Mitteilung weiter. Darin drücke sich die "besondere Sorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" aus. Das Bistum Augsburg hält an Weltbild einen Anteil von 11,7 Prozent.

Die Geldspritze wird an Bedingungen geknüpft: Sie setzt das Zustandekommen einer Gesamtfinanzierung voraus, bei der von den Gesellschaftern ein bestimmter Beitrag erwartet wird. Außerdem müssen die Banken ihr Engagement aufrechterhalten. Weitere Details seien "mit den übrigen Gesellschaftern abzustimmen".

Die Diözese Augsburg sieht in ihrem "außerordentlichen Engagement" zugleich einen "abschließenden Beitrag". Es bleibe bei der Entscheidung des Bistums, "im Rahmen einer absehbar anstehenden Neuordnung der Eigentümerstruktur seine Gesellschafteranteile abzugeben".

Weltbild gehört zwölf deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Durch Berichte über Verluste und eine angeblich bevorstehende Insolvenz geriet das Medienhandelshaus vor wenigen Wochen erneut in die Schlagzeilen. Die Eigentümer seien sich nicht einig über die Zukunft des Konzerns, hieß es. Daraufhin beschloss eine außerordentliche Gesellschafterversammlung Ende September einen Rettungsplan. Nähere Angaben zum Inhalt wurden nicht gemacht. Erst in zwei Jahren will Weltbild nach Auskunft der Geschäftsführung wieder Gewinne erzielen.

Grund für diese "vorübergehende Verlustsituation" sei die weitgehende Umstellung des Katalog- und Filialgeschäfts auf digitale Medien und den Vertrieb via Internet. Erst am Montag hatte Weltbild an seinem Sitz Augsburg die Streichung von 140 Stellen bekanntgegeben. Der Kundenservice soll ab Februar 2014 von einem externen Dienstleister übernommen werden. (kna)

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