Rotthof feiert Patrozinium der Siebenschläferkirche 200 Jahre im Tiefschlaf

27.06.2013

Im niederbayerischen Rotthof bei Passau steht die einzige Siebenschläfer-Kirche Deutschlands. Heute begeht der Ort das Patrozinium mit einem Festakt.

Die Siebenschläferkirche in Rotthof ist die einzige ihrer Art in Deutschland. (Bild: Sankt Michaelsbund)

Der Name der Siebenschläfer-Kirche hat einen doppelten Ursprung, erklärt Max Auer im Münchner Kirchenradio. Der pensionierte Volksschulrektor bietet regelmäßig Führungen durch das Kirchlein an. Dabei zeigt er auch römische Grabsteine, die in die Kirchenmauer eingelassen sind. Sie zeigen sieben schlafende Menschen und stammen von einer römischen Garnison, die früher in der Nähe von Rotthof gelagert hatte.

Der zweite Ursprung des Siebenschläfer-Patronats ist eine Heiligenlegende, die in Rotthof im 16. Jahrhundert sehr bekannt war. Danach soll der römische Kaiser Decius 251 nach Christus in Ephesus sieben junge Männer in einer Höhle lebendig eingemauert haben, weil sie ihrem christlichen Glauben nicht abschwören wollten. Rund 200 Jahre später wurde die Höhle wieder geöffnet und die sieben Männer wachten unversehrt aus tiefem Schlaf auf.

Diese sieben Schläfer aus Ephesus setzten die Rotthofer mit den Figuren an ihrer Kirchenmauer gleich. An das ursprüngliche Patronat der Kirche, die 1506 Petrus und Paulus geweiht wurde, erinnern heute nur noch zwei kleine Figuren der Apostelfürsten. Am heutigen Siebenschläfertag feiert Rotthof sein außergewöhnliches Kirchenpatronat mit einem Festgottesdienst, Harfenmusik und der traditionellen Siebenschläfer-Lesung, diesmal mit dem Münchner Turmschreiber Hans Göttler. (es)

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