Katholische Bischöfe 2017: Reformationsgedenken als Christusfest?

24.09.2013

2017 jährt sich die Reformation zum 500. Mal. Bereits jetzt wirft das Gedenken daran seine Schatten voraus. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz wünscht sich ein gemeinsames Christusfest von Protestanten und Katholiken.

Lutherdenkmal in dessen Geburtsstadt Eisleben (Bild: nhermann - Fotolia.com)

Fulda - Das für 2017 anstehende 500-Jahr-Gedenken der Reformation sollte nach Ansicht der katholischen Deutschen Bischofskonferenz als ein gemeinsames Christusfest von Protestanten und Katholiken gefeiert werden. "Dann könnte das Reformationsgedenken uns Christus näherbringen, und dann würde es uns auch einander näherbringen", betonte der Vorsitzende der Ökumene-Kommission, der Magdeburger Bischof Gerhard Feige, am Dienstag in Fulda.

Vielleicht, so Feige, lasse sich 2017 von protestantischer wie von katholischer Seite als Chance begreifen, dass sich Christen in Deutschland über konfessionelle Grenzen hinweg gemeinsam darauf besännen, wer Jesus Christus für sie sei, und wie sie dies in überzeugender Weise vermitteln könnten.

Ein gemeinsames Zugehen auf das 500-Jahr-Gedenken der Reformation wird laut Feige für die katholische Seite dadurch erschwert, dass die Reformationsgeschichte tendenziell als reine Erfolgsgeschichte beschrieben werde. Man könne nicht die Augen davor verschließen, dass die Reformation zu Spaltungen geführt habe, sagte Feige. Bei aller Zustimmung zur Reformbedürftigkeit der damaligen Kirche bleibe die Reformation mit dem Schmerz über die Spaltung verbunden und könne aus katholischer Sicht nicht einfach positiv gewürdigt werden.

Erfreut äußerte sich Feige über das unlängst von einer Kommission des Päpstlichem Einheitsrates und des Lutherischem Weltbunds (LWB) vorgelegte Papier "Vom Konflikt zur Gemeinschaft". Darin werde zum Ausdruck gebracht, dass weder katholischer- noch lutherischerseits die mit der Reformation verbundene Kirchenspaltung gefeiert werden könne. "Ich meine, es ist an der Zeit, dass wir im katholisch-evangelischen Verhältnis eine 'Reinigung des Gedächtnisses' und eine 'Heilung der Erinnerungen' anstreben und ein konkretes Zeichen der Versöhnung setzen."

Feige, der sich am Rande der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz äußerte, kündigte für den 21. bis 25. September nächsten Jahres ein von der Ökumene-Kommission der Konferenz angeregtes Symposium zum Thema "Katholizität und Reform. Luther: Wurzeln - Wege - Wirkungen" an. Es soll im Erfurter Augustinerkloster international ausgewiesene Lutherforscher zusammenbringen und die katholische Lutherforschung neu beleben.

Der Speyerer katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann, amtierender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), hob hervor, es sei ihm ein wichtiges Anliegen, dass das Reformationsgedenken auch in der ACK als einem Forum der multilateralen Ökumene wahrgenommen, bedacht und begleitet werde. Denn in der ACK kämen neben der katholischen und der evangelischen Seite auch die Stimmen der Freikirchen, der Orthodoxie, der Alt-Katholiken und der Anglikaner zu Wort. Dadurch würden über die katholisch-evangelischen Beziehungen hinaus weitere Perspektiven ins Gespräch gebracht. (kna)


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