Staatlicher Zuschuss 2,5 Millionen Euro für Sanierung von Sankt Bonifaz

31.10.2018

Der Freistaat unterstützt die Sanierung der Münchner Benediktinerabtei Sankt Bonifaz mit rund 2,5 Millionen Euro.

Das Benediktinerkloster Sankt Bonifaz liegt in München zwischen Königsplatz und Karlstraße.
Das Benediktinerkloster Sankt Bonifaz liegt in München zwischen Königsplatz und Karlstraße. © SMB/Schmid

München – Der Freistaat Bayern stellt rund 2,5 Millionen Euro als Zuschuss für die Sanierung der Münchner Benediktinerabtei Sankt Bonifaz zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Entschädigungsfonds für die Denkmalpflege, wie das Kunstministerium am Dienstag in München mitteilte. Ministerin Marion Kiechle (CSU) sagte, es sei ihr eine große Freude, das Kloster bei seiner Zukunftssicherung zu unterstützen. Denn dessen "wertvoller Einsatz" für Menschen in Not mache dieses "unentbehrlich für München".

Obdachlosenhilfe

Das Kloster ist bekannt für sein karitatives Engagement in der Obdachlosenhilfe. Die Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München entstand durch einen Stiftungsakt König Ludwig I. von Bayern. Die Basilika und das Konventgebäude wurden zwischen 1835 bis 1850 gebaut und im Zweiten Weltkrieg zu einem großen Teil zerstört. Der Wiederaufbau des Konventgebäudes geschah in bescheidenster Weise zum Teil in Eigenleistung von den Konventmitgliedern. Seit den 1950er Jahren gab es keine umfassende Sanierung mehr, sondern nur lokal begrenzte Baumaßnahmen. Denn zunächst standen der Aufbau der Basilika, die Errichtung des Pfarr- und Bildungszentrums sowie zuletzt der Bau des Sozialhauses im Vordergrund.

Rückzugsort

Die nach Klosterangaben insgesamt knapp 20 Millionen Euro teure Generalmaßnahme soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Betroffen ist das Konventgebäude auf dem nördlichen Teil des Grundstücks. Durch eine Straffung der Funktion und die Trennung von Konvent sowie Sozial- und Gästebereich soll ungestörtes klösterliches Leben und Arbeiten künftig ermöglicht werden. Die Trennung ist notwendig, wie es heißt, da eine geistliche Gemeinschaft einen Rückzugs- und Sammlungsort benötigt. Dringend erforderlich sind unter anderem auch Maßnahmen zum Brandschutz, zur Sanierung des Küchen- und Servicebereichs sowie der Fenster, Fassaden und Dächer. Auch die sanitären und elektronischen Einrichtungen müssen überholt werden. Im Kloster Sankt Bonifaz leben heute neun Mönche, dazu kommen weitere sechs im dazugehörigen Kloster Andechs. (kna)


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