Partnerschaft: Münchner Pfarrei und Ecuador 30 Jahre Hilfe über Kontinente hinweg

20.07.2018

Zum Jubiläum hat die Pfarrei Maria Trost den Pfarrer von Pilahuin wie auch die Leiterin der Schule und ihren Mann nach München eingeladen. In den letzten Jahren gab es viele gemeinsame Projekte.

Padre José Raza (li.) mit Schulleiterin Carmita Goyes Vasconez und Ehemann Edgar.
Padre José Raza (li.) mit Schulleiterin Carmita Goyes Vasconez und Ehemann Edgar. © SMB/Basso-Ricci

München – Seit 30 Jahren pflegt die Münchner Pfarrei Maria Trost eine Partnerschaft mit der Gemeinde von Pilahuin in Ecuador. Die Pfarrei am Fuße des Chimborazo ist die größte Ecuadors, 90 Prozent der durchwegs in Armut lebenden Pfarreimitglieder sind Indios. Zum Jubiläum hat Maria Trost den Pfarrer von Pilahuin, Padre José Raza, und die Leiterin der Schule „Uni-dad eductiva Pilahuin“, Carmita Goyes Vasconez, mit ihrem Mann Edgar für 14 Tage nach München eingeladen. Denn die 1988 initiierte und heute vom gesamten Pfarrverband St. Raphael-Maria Trost getragene Partnerschaft ermöglicht mit Patenschaften 50 Kindern in Pilahuin den Schulbesuch.

Materielle und spirituelle Verbundenheit

Erstes Projekt war und ist jedoch die Medizinstation „Dispensario Maria Trost“, die von der Münchner Pfarrei eingerichtet wurde. Hier versorgt eine ecuadorianische Ärztin, seit einigen Jahren regelmäßig auch ein Zahnarzt, jeden Sonntag kranke Menschen. Vor zwei Jahren wurde eine Armenspeisung ins Leben gerufen. Ein Sozialfonds erlaubt es dem Pfarrer, kurzfristig zu helfen oder Anschaffungen für die Pfarrei zu machen – wie das unersetzliche Auto, um in die teils hoch- und weit abgegelegenen Orte der Pfarrei zu gelangen.

Das Partnerschaftsjubiläum wird am Sonntag, 22. Juli, begangen. Im Gottesdienst um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Maria Trost (Rueßstraße 51) erklingt die Misa Criolla von Ariel Ramírez. Beim anschließenden Pfarrfest tritt um 15 Uhr unter anderem eine südamerikanische Tanzgruppe auf.

„Es ist ein Segen zu wissen, dass da in einem ganz andern Teil der Welt eine helfende Hand ist, die dich unterstützt“, sagt Padre Raza über die Partnerschaft. „Diese Hilfe ist nicht nur materiell, wir spüren auch die spirituelle Verbundenheit, die uns Trost und Freude schenkt“, ergänzt er.

Ecuador-Partnerschaft

Seit 55 Jahren unterhält das Erzbistum München und Freising partnerschaftliche Beziehungen mit der Katholischen Kirche Ecuadors. Diözesanrat, Bund deutscher katholischer Jugend (BDKJ), Kolping, Landvolk und über 50 Pfarreien und Gruppen pflegen durch verschiedene Aktivitäten den Austausch mit den jeweiligen Partnerorganisationen. Jährlich werden 2 Mio. Euro aus dem Haushalt des Erzbistums für soziale Programme, Projekte aus den Bistümern und Sonderprojekte in Ecuador zur Verfügung gestellt.

Der Ecuadorkreis des Pfarrverbands hat das Besucherprogramm organisiert.
Der Ecuadorkreis des Pfarrverbands hat das Besucherprogramm organisiert. © Pfarrverband St. Raphael – Maria Trost

Schulleiterin Goyes Vasconez ist dankbar, dass sie mit der Hilfe aus München „die Kinder der ärmsten Familien“ unterstützen kann. Bei den Messen, die sie jetzt beim Besuch in München erlebt, fasziniert sie, wie stark die ganze Gemeinde mitfeiert: „Alle sind aktiv dabei, auch die Kinder werden integriert, der Gottesdienst ist so lebendig!“ Für die Gäste stehen bis zum 25. Juli unter anderem auch Besuche in Schulen und sozialen Projekten sowie in der Abteilung Weltkirche des Ordinariats auf dem Programm. Im August erfolgt der Gegenbesuch einer zwölfköpfigen Reisegruppe aus Maria Trost in Pilahuin. (Julia Heigl/Karin Basso-Ricci)


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