Caritas macht Mut zur Beratung 5 Tipps gegen Computersucht

03.06.2017

Eine neue Studie warnt eindringlich vor Gesundheitsgefahren für Kinder durch die exzessive Nutzung digitaler Medien. Der Deutsche Caritasverband will jetzt mit einem YouTube-Video aufklären und helfen.

Keine Grenzen: Oft spielen Computersüchtige bis spät in die Nacht. © Fotolia

München – Der Deutsche Caritasverband (DCV) will mit einem niederschwelligen Beratungsangebot auf YouTube zum Thema Computersucht beraten. Das Video der Reihe "5 Tipps mit Juliane" gibt Hinweise, wie man Suchtverhalten erkennt und was man dagegen tun kann. Die Caritas-Beraterin Juliane Conradt verpackt diese Tipps in einem Videofilm charmant, fachkundig und gerade für eine jüngere Zielgruppe ansprechend. Viele Menschen wüssten nicht, dass die meisten Beratungsangebote des katholischen Wohlfahrtsverbands kostenfrei seien.

Cool, dynamisch und kompetent

"Wir können in einem kurzen Clip die Thematik natürlich nur oberflächlich anreißen", sagte Conradt. In der Beratung sei es aber möglich, nachhaltig den Ursachen für das individuelle Suchtverhalten auf den Grund zu gehen. „Die Caritas ist eine gute Ratgeberin für viele Lebenssituationen“, sagt Conradt zu ihrem Engagement. „Wir wollten das Ratgeberformat von YouTube nutzen und ein niederschwelliges Angebot machen. Die Mitarbeiter sind cool, dynamisch und vor allem echt kompetent“. Die Psychologin Conradt wurde laut Mitteilung vom DCV in einem bundesweiten Casting für die Serie "5 Tipps" ausgewählt, die seit Anfang der Woche auf YouTube zu sehen ist. Die Videos sollen die Hemmschwelle senken, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Eine Beratung sei vollkommen normal und nichts, wofür man sich schämen müsse, betonte Conradt.

Studie keine Überraschung

Die steigende und problematische Nutzung von digitalen Medien, die am Dienstag von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, thematisiert wurde, überrascht die Berater des Therapieverbunds Sucht der Caritas überhaupt nicht. „Man muss nur mit offenen Augen durch die Straßen gehen, um zu sehen, wie allgegenwärtig Handys geworden sind“, sagt Sven Frisch, Fachdienstleiter für junge Suchtkranke in München. Erschreckend sei auch, dass die Nutzer immer jünger würden, Eltern nicht in das Verhalten der Kinder eingriffen und damit einer Sucht der Weg geebnet würde. (KNA/pm)

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