Ausbildung 50 Jahre Katholische Journalistenschule

24.01.2018

Unter den rund 3000 Absolventen der Journalistenschule finden sich auch prominente Namen. So haben Heribert Prantl, Bettina Schausten wie auch Thomas Gottschalk ihr Handwerk dort gelernt. Doch was unterscheidet die Ausbildung dort von anderen?

3.000 Absolventen wurden beim ifp seit 1968 ausgebildet.
3.000 Absolventen wurden beim ifp seit 1968 ausgebildet. © Wolfgang Maria Weber

München – Der Journalistische Direktor der katholischen Journalistenschule ifp, Bernhard Remmers, hat Redaktionen zu mehr kritischer Reflexion der eigenen Arbeit aufgerufen. Daran mangele es angesichts des Zeitdrucks manchmal, sagte Remmers am Mittwoch im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur in München zum 50-jährigen Bestehen des ifp. "Nötig ist, sich immer wieder zu fragen: Muss man auf jeden Zug mit aufspringen oder kann man den Nutzern auch mal sagen: Nein, das ist kein Thema." Seine Journalistenschule versuche dies zu fördern, etwa im eigenen Fortbildungsprogramm für Führungskräfte.

Prominente Absolventen

1968 wurde die katholische Journalistenschule als "Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses" (ifp) von der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. Seitdem haben rund 3.000 Absolventen deren Kurse durchlaufen. Das ifp bietet dabei ein studienbegleitendes Programm an. Außerdem bildet es Volontäre für katholische Medien Journalisten aus Osteuropa und auch Theologen aus. Daneben schicken auch Tageszeitungen ihre Volontäre zu der Einrichtung in München. Dazu kommt ein Weiterbildungsprogramm.

Prominente Absolventen der katholischen Journalistenschule sind unter anderen Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, die ehemalige RBB-Intendantin Dagmar Reim, die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Bettina Schausten, oder Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung". Die aktuellen Volontäre haben einen eigenen Blog.

Feierlichkeiten

Offiziell gefeiert wird das 50-jährige Bestehen kommenden Montag bei einem Talk-Abend zwischen ifp-Absolvent Thomas Gottschalk und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Im November gibt es einen weiteren Festakt in Rom.

Die Absolventen lernen unterschiedliche mediale Darstelluungsformen kennen.
Die Absolventen lernen unterschiedliche mediale Darstelluungsformen kennen. © Wolfgang Maria Weber

Die katholische Journalistenschule unterscheide in Hinblick auf die Professionalität nichts von anderen Einrichtungen dieser Art, betonte Remmers. "Zusätzlich bieten wir den jungen Menschen an, den christlichen Glauben in der Tradition der katholischen Kirche näher kennenzulernen." Sie könnten dann abwägen, ob das nicht eine Grundlage für das eigene Berufsleben sei. Der Glaube könne vor berufsbedingtem Zynismus oder auch Defätismus schützen, so der Direktor. "Christen wissen um das Leiden, das Scheitern von Menschen, aber auch um die Hoffnung auf Auferstehung."

Alles-Kenner statt Alles-Könner

Die Absolventen des ifp sollten nach der Ausbildung möglichst viele Bereiche medialer Darstellungsformen kennengelernt und probiert haben, sagte Remmers. Dies ermögliche, die Vielfalt im Blick zu haben, um bei der Entwicklung von Themen entscheiden zu können, welche Form sich am besten eigne. Es gebe aber auch eine Spezialisierung. "Wir brauchen keine Alles-Könner, aber Alles-Kenner." Deshalb biete das ifp in einem Modularsystem eine Grundausbildung und anschließend die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu wählen, etwa Datenjournalismus, Reportage oder audiovisuelle Medien. (KNA)

Volontariat

Das Volontariat an der katholischen Journalistenschule dauert zwei Jahre: Mitarbeit in der Ausbildungsredaktion, multimediale Seminare im ifp und überbetrieblichen Praktika. Der nächste Bewerbungsschluss ist der 1. März 2018.

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Berufe der Kirche

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