Deshalb ist weniger heutzutage mehr 7 Gründe, um minimalistisch zu leben

08.10.2018

Immer mehr Menschen leben nach den Grundsätzen „Weniger ist mehr“ und „Qualität statt Quantität“. Hier sieben Antriebskräfte des Minimalismus- Trends.

Minimalismus-Grundsatz: "Weniger ist mehr"
Minimalismus-Grundsatz: "Weniger ist mehr" © loookash - stock.adobe.com

1. Good-bye, Entscheidungsmüdigkeit!
Einkaufen macht müde, und zwar nicht nur körperlich. Ob Mantel oder Sofa, Trekking-Stöcke oder Computer: Noch nie war die Auswahl so groß wie heute. Ähnliches gilt auch für Studiengänge, Versicherungsverträge, Reiseziele, Freizeitaktivitäten et cetera. Was früher „Qual der Wahl“ hieß, wird von Psychologen heute als Entscheidungsmüdigkeit (decision fatigue) bezeichnet. Wer langlebige Produkte kauft, die er seltener ersetzen muss, macht sich’s damit leichter.

2. Zeitfresser Besitz
Wer ein Auto hat, muss den fahrbaren Untersatz auch tanken und putzen, bei Mängeln in die Werkstatt bringen und alle zwei Jahre zum TÜV. Auch viele andere Anschaffungen sind reparatur- und wartungsanfällig. Dazu kommt, dass jedes neue Gerät Einarbeitungszeit erfordert – selbst Kaffeemaschinen werden heute oft mit dicken Handbüchern ausgeliefert.

3. Nutzen, ohne zu besitzen
Das Internet macht’s möglich: in Sekundenschnelle ein Geschäft finden, das Dampfreiniger verleiht oder Party-Kleidung. Per Handy-App das nächste Carsharing-Auto ausfindig machen und reservieren. Über ein Inserat in einem Nachbarschaftsportal in der unmittelbaren Umgebung jemanden auftreiben, der spontan seine Sackkarre verleiht. Warum sich also durch selten genutzte Dinge belasten?

4. Erleben statt haben
Schöne Erlebnisse, so die psychologische Forschung, bereiten nachhaltigere Freude als neue Dinge. An die neuen Badezimmerfliesen, das neue Smartphone oder die neue Jacke gewöhnt sich der Besitzer schnell. Die Geburtstagsfeier, der Kochkurs und das Live- Konzert dagegen schenken noch lange nach dem Ereignis positive Erinnerungen.

5. Großzügig wohnen
Der Gegentrend zu Globalisierung und Weltbürgertum heißt Cocooning – der Rückzug in die kuschelige Geborgenheit der privaten vier Wände. Doch immer mehr Sachen machen ein Zuhause nicht kuschelig, sondern bedrückend eng. Wer seinen Besitz dagegen reduziert, gewinnt Platz und das gute Gefühl, von Lieblingsstücken umgeben zu sein.

6. „Ich kann es mir leisten“
Ein Auto, Fernreisen, täglicher Fleischkonsum: Was vor einigen Jahrzehnten als Luxus und Ausweis von Wohlstand galt, können sich heute breite Bevölkerungsschichten leisten. Exklusivität heißt daher heute eher: Biofleisch essen, in Unverpackt-Geschäften einkaufen, die geerbte Uhr für teures Geld reparieren lassen oder das geliebte Kleidungsstück bei Bedarf in die Änderungsschneiderei geben, statt etwas Neues zu kaufen.

7. Der Umwelt zuliebe!
Jede fünfte Deutsche bezeichnet Umwelt- und Klimaschutz als eines der zwei vordringlichsten Probleme. Zunehmend setzt sich dabei die Ansicht durch, dass Ökologie auch zur Lösung weiterer großer Herausforderungen beitragen kann (zum Beispiel durch die Bekämpfung von Fluchtursachen). Viele Menschen ergreifen daher gern die Möglichkeit, durch Konsumverzicht Ressourcen zu sparen und ihren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten.
(Ruth Drost-Hüttl ist Chefredakteurin von „simplify your life“ )

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Minimalismus

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