Jubiläum 70 Jahre BDKJ im Erzbistum

17.10.2017

Am Wochenende hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) seinen 70. Geburtstag gefeiert. Was die Gäste dem Verband für die Zukunft wünschten, sehen Sie unter anderem im Video.

Auf den runden Geburtstag darf auch mal angestoßen werden: Unter den BDKJ-Mitgliedern war auch Jugendpfarrer Richard Greul (Zweiter von links).
Auf den runden Geburtstag darf auch mal angestoßen werden: Unter den BDKJ-Mitgliedern war auch Jugendpfarrer Richard Greul (Zweiter von links). © Kiderle

Schliersee – Auch wenn einige den BDKJ an seinem 70. Geburtstag als „in die Jahre gekommen“ bezeichneten, kommt er doch ganz schön jung und frisch daher. Zu den Feierlichkeiten am vergangenen Samstag im Jugendhaus Josefstal in Schliersee kamen neben den Delegierten der Mitgliedsverbände und einigen Ehemaligen auch Monsignore Thomas Schlichting, Ordinariatsdirektor für Seelsorge und kirchliches Leben, sowie Generalvikar Prälat Peter Beer. Für BDKJ-Diözesanvorsitzende Stephanie von Luttitz ist das ein klares Zeichen, wie wichtig der Kirche der Dachverband ist. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend wurde 1947 gegründet, um den verschiedenen Verbänden in der Jugendarbeit ein Netzwerk und eine gemeinsame Stimme zu geben.

„Wir wollen für unsere Mitglieder eine gewisse Heimat bieten und zusammen, so heißt unser Slogan, ‚Katholisch. Politisch. Aktiv.‘ sein. Wir möchten die Welt besser machen, die Gesellschaft verändern“, erklärte von Luttitz den Antrieb des BDKJ. Bei der Diözesanversammlung war die Vielfalt der Mitglieder sichtbar: Landjugend, Pfadfinder, Kolpingjugend und viele weitere – für Generalvikar Beer ist der Verband ein „lebendiger Stein im Kirchengebäude“. Während seiner Predigt lobte er die Kreativität, den Glauben zu vermitteln, und brachte die Jugendlichen und auch sich selbst zum Lachen, als er zugeben musste, bei mancher kreativen Idee der Jugendlichen doch auch mal schlucken zu müssen.

Heimat für alle

Das war auch zu spüren, als er bei der Podiumsdiskussion über die Zukunft des BDKJ erfuhr, dass der Verband nur wenige Stunden zuvor einen neuen Arbeitskreis zu „Kirche und Homosexualität“ gegründet hatte. „Uns als katholischen Jugendverbänden ist es ein großes Anliegen, dass alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung Heimat in unseren Verbänden und unserer Kirche finden und keine Diskriminierung oder Ausschluss erfahren, sondern Akzeptanz und die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, erleben“, heißt es im einstimmig gefassten Beschluss des BDKJ München und Freising. Großen Applaus erntete der Generalvikar für seine positive Reaktion: „Das ist ein Thema, über das in der Kirche viel zu lange geschwiegen worden ist. Ich bin nicht weltfremd und weiß, dass Mitbrüder oder andere Mitarbeiter der Kirche homosexuell sind.“ Das dürfe kein Grund sein, nicht Teil der Kirche zu sein. Der BDKJ will mit dieser Initiative die Diskussion innerhalb der Kirche verstärken.

Während der Podiumsdiskussion am Nachmittag wurde auch viel gelacht (von links): BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie, Monika Huber, Generalvikar Prälat Peter Beer, MK-Chefredakteurin
Während der Podiumsdiskussion am Nachmittag wurde auch viel gelacht (von links): BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie, Monika Huber, ehrenamtliche Diözesanleiterin der Kolpingjugend im Kolpingwerk, Generalvikar Prälat Peter Beer, MK-Chefredakteurin Susanne Hornberger und Professor Martin Lechner. © Kiderle

"Noch lauter und frecher"

Ungemütliche Themen ansprechen und immer der Zeit ein wenig voraus sein. Auch die Ehemaligen wünschen sich das weiterhin für den BDKJ, brav dürfe man dabei nicht sein, meint Gotthard Dobmeier: „Die Stimme des Verbandes muss wieder stärker politisch werden. Nicht nur in der Kirchenpolitik muss man den BDKJ noch lauter, noch frecher hören.“ Er sorgte auch für den längsten Beifall des Abends. Dass der BDKJ verbindet, auch privat, über Jahrzehnte, beweist die wunderschöne Geschichte von ihm und seiner Ehefrau. Gemeinsam wurden beide in den Diözesanvorstand gewählt, sie haben sich dort also kennen gelernt und nicht mehr getrennt – seit Anfang der 70er Jahre. Auch, wenn es nicht die berühmte Liebe auf den ersten Blick war.

Manchmal ernst, aber oft auch lustig waren die Anekdoten, die die Ehemaligen erzählten. Der BDKJ sei ein „wichtiges Netzwerk, um die Jugendverbände zu verbinden“, war besonders von den jungen Mitgliedern viel Anerkennung für dessen Arbeit zu hören. Lob, das es auch von Generalvikar Beer gab. Sein unkompliziertes Auftreten und das Scherzen mit den Mitgliedern hat dem BDKJ gezeigt, dass er auch mit 70 Jahren noch eine große Bedeutung hat. Bei einer Podiumsdiskussion mit Generalvikar Beer, Kolpingjugend Diözesanleiterin Monika Huber, Professor Martin Lechner sowie Moderatorin und MK-Chefredakteurin Susanne Hornberger stellte der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie die Öffnung des Verbandes vor.

Wenn gewisse Kriterien erfüllt werden, können nun auch weitere Verbände Mitglied im Dachverband werden. Ein Punkt, der auch Generalvikar Beer gefällt: „Eine Gruppierung darf sich nicht katholischer sehen als die anderen. Nur weil sie etwas anders macht.“ Das anschließende lange und laute Klopfen der Anwesenden zeigte, welche Einheit der BDKJ ist. Da passt es, dass es für den Bundesvorsitzenden Andonie in den nächsten Jahrzehnten weiterhin das Ziel des BDKJ sein müsse, „gemeinsam, aber immer aktiv eingebunden und auf Augenhöhe den Weg zu Gott zu finden“. (Maximilian Blindhuber)

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