Zur Fastenzeit Änderung ist möglich

01.03.2017

"Immer wieder haben wir die Möglichkeit, uns und unser Leben zu ändern", findet Edith Heindl. Warum sich die Fastenzeit hiefür besonders gut eignet, erläutert die Pastoralreferentin hier.

Die Fastenzeit lädt uns ein, auf unser Leben zu schauen. Ist es gut so, wie es ist? © Fotolia/Calovini

Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Buße.“ So beginnt das Tagesgebet am ersten Fastensonntag. Fastenzeit oder österliche Bußzeit als Geschenk für den Menschen – das ist vielleicht ein ungewohnter Gedanke. Doch er trifft den Charakter dieser Zeit sehr gut. Wir sind eingeladen, uns auf das Wesentliche unseres Lebens zu konzentrieren.

Durch unsere Taufe sind wir Töchter und Söhne Gottes geworden, ausgestattet mit Würde und dazu berufen, als Ebenbilder Gottes in der Welt zu leben und sie zu gestalten. Viel zu oft vergessen wir, was wir eigentlich sind. Die Fastenzeit lädt uns ein, uns das immer wieder vor Augen zu führen und unser Leben danach zu gestalten.

Die Fastenzeit lädt uns auch ein, auf unser Leben zu schauen. Ist es gut so, wie es ist? Wie steht es um unsere Beziehungen zu den Menschen? Wie ist es um unsere Gottesbeziehung bestellt? Sind wir zufrieden mit unserer Lebensgestaltung?

Edith Heindl ist Pastoralreferentin in den Pfarrverbänden Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer © PV

Immer wieder haben wir die Möglichkeit, uns und unser Leben zu ändern. Wir können und dürfen uns ändern, Beziehungen anders gestalten, unseren Glauben mehr und tiefer in unser Leben hineinnehmen, Gott in uns Raum geben. Dabei ist der Begriff „Umkehr“ schwierig. Wenn wir ihn wörtlich nehmen, dann kommen wir nach der Umkehr genau wieder am gleichen Punkt des Weges an. Gemeint ist aber Wandlung, Umdenken, Neubeginn. Vielleicht hilft eine alte jüdische Weisheit weiter. Sie lautet: „Die größte Schuld des Menschen sind nicht die Fehler, die er begeht, der Mensch ist schwach und gerät leicht in Versuchung. Die größte Schuld des Menschen ist, dass er tagtäglich, in jedem Moment seines Lebens die Umkehr tun kann und nicht tut.“

Das ist das Geschenk dieser Zeit für uns, dass Änderung möglich ist, dass wir uns entwickeln und reifen dürfen. An uns ist es, dieses Geschenk anzunehmen. (Edith Heindl)

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