Caritas Aktion gegen Wohnungsnot in München gestartet

11.07.2018

An öffentlichen Plätzen wird dazu ein Open-Air-Wohnzimmer oder ein Freiluft-Badezimmer aufgebaut.

Das Open-Air-Wohnzimmer der Caritas.
Das Open-Air-Wohnzimmer der Caritas. © Kiderle

München – Mit einem in der Münchner Fußgängerzone aufgebauten Badezimmer samt Badewanne hat der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising am Mittwoch eine Aktion gegen Wohnungsnot gestartet. Unter dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause" will der katholische Wohlfahrtsverband mit dieser "Roadshow" in den kommenden Wochen in ganz Oberbayern auf das Fehlen günstiger Wohnungen aufmerksam machen.

Steigende Mieten und Wohnungsknappheit träfen nicht nur Menschen mit geringem Einkommen, erklärte Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum. Auch Pflegepersonal, Polizisten oder Erzieherinnen spürten, dass bezahlbarer Wohnraum mittlerweile Mangelware sei, vor allem in Ballungsräumen wie München. Die Caritas fordert deshalb von der Politik eine Wohnungsbauoffensive.

Hier macht die „Roadshow“ der Caritas demnächst Halt: 24. Juli 2018, 10 Uhr bis 13 Uhr, Marktstraße, Bad Tölz/25. Juli 2018, 10 Uhr bis 13 Uhr, Neuer Platz, Geretsried/26. Juli 2018, 10 Uhr bis 13 Uhr, Marienplatz, Wolfratshausen.

Die Caritas startete außerdem eine Postkarten-Aktion, an der sich Bürger beteiligen können. An den auch für das Bauen zuständigen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geht die Forderung, sozialen Wohnungsbau offensiv zu fördern. An Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird appelliert, Genossenschaften und staatliche Wohnungsbaugesellschaften zu unterstützen, nachdem in den vergangenen Jahren viele staatliche Wohnungsbaugesellschaften privatisiert worden seien. An Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) richtet sich die Bitte, die Bindefrist für Sozialwohnungen von 25 auf 50 Jahre zu verdoppeln.

 Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum.
Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum. © Kiderle

Veränderungen beim Katholischen Siedlungswerk

Der Münchner Generalvikar Peter Beer kündigte für das Katholische Siedlungswerk Änderungen an. Das Unternehmen verfügt in der Erzdiözese München und Freising über knapp 3.000 Wohnungen. Für sie werde es eine interne Mietpreisbremse geben, so dass Mieten nicht in drei, sondern in fünf Jahren höchstens um zehn Prozent steigen dürften. Das Eigenkapital sei zudem um 20 Millionen Euro erhöht wurden, um Bauaktivitäten zu verstärken. Für jene Wohnungen, die die Erzdiözese selbst vermiete, werde künftig ein Schlüssel gelten von 30 Prozent Sozialwohnungen, 30 Prozent Wohnungen für kirchliche Mitarbeiter und sowie weitere 40 Prozent der Wohnungen im normalen Preisgefüge.

Arbeitgeber wie die Kirche, die ihre Mitarbeiter in Sachen Wohnen unterstützen, werden allerdings derzeit noch vom Staat dafür zur Kasse gebeten, wie Caritas-Geschäftsführer Norbert J. Huber erinnerte. Stellten sie Wohnungen aus eigenem Bestand zu günstigeren Preisen zur Verfügung, entstehe ein „geldwerter Vorteil", der versteuert werden müsse. Dies gelte auch für Mietzuschüsse. (kna)

Hohe Mieten, kaum bezahlbarer Wohnraum, Baugrund ist teuer: Wie schaffen wir es, dass in Zukunft jeder Mensch eine bezahlbare Wohnung findet? Zu dem Thema waren zu Gast in der Sendung "Total Sozial" im Münchner Kirchenradio der Direktor des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising, Georg Falterbaum, und mit Dr. Mignon Drenckberg, Referentin für Sucht und - Gefährdetenhilfe bei der Caritas. Hier finden Sie den Podcast zu Sendung.


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