1. November Allerheiligen und Allerseelen: Keine Trauertage

01.11.2013

An Allerheiligen erinnern sich die Christen an alle Heiligen, auch die, deren Heiligkeit nur Gott bekannt ist. An Allerseelen gedenkt die katholische Kirche der Verstorbenen.

Gedenken an Verstorbene (Bild: Sankt Michaelsbund)

München - „Der Feiertag Allerheiligen ist zunächst das Fest, beim dem wir all der Heiligen gedenken, die nicht schon einen eigenen Gedenktag haben“, erklärt Monsignore Thomas Schlichting, der Seelsorgereferent im Erzbistum München und Freising ist. Die Wurzeln des Allerheiligenfestes gehen auf das 4. Jahrhundert zurück. Die Christen gedachten der Märtyrer, die für ihren Glauben gestorben waren. Da man nicht jeden Heiligen an einem gesonderten Tag feiern konnte, entwickelte sich ein einheitlicher Feiertag. Papst Gregor IV legte den Gedenktag 835 auf den 1. November. Am Nachmittag des Allerheiligentages gehen katholische Christen traditionell auf den Friedhof und gedenken mit Blumen und Grablichtern ihrer verstorbenen Angehörigen. Geistliche besprengen die Gräber mit Weihwasser.

Allerseelen ist ein Totengedenktag und steht theologisch in enger Verbindung zur Lehre vom Fegefeuer. Der verstorbene Mensch wird geläutert und seine Seele auf den Himmel vorbereitet. Für die Angehörigen der Verstorbenen ist der 2. November deshalb ein Tag der Hoffnung. Allerseelen wurde erstmals 998 in Frankreich gefeiert. Der Benediktiner Abt Odilo von Cluny ordnete ein festliches Gedächtnis für alle Verstorbenen an.

Nach dem christlichen Verständnis ist der Tod nur ein Übergang zur Auferstehung und zum ewigen Leben. Allerheiligen und Allerseelen sind daher keine Trauertage.(gj/me)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Tod und Sterben

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