Die Bergold und der Pater …machen einen Sprachkurs!

06.05.2020

Videokonferenz, Social Distancing und die Heilige! Corona verändert vieles - auch unseren Wortschatz.

Es passiert ja nicht so oft, dass ich Pater Friedrich beim Thema „Heilige“ voraus bin. Aber da in einem Wald, ca. 2 Kilometer Luftlinie von mir zu Hause entfernt, eine Corona-Kapelle steht, wusste ich seit meiner Kindheit, dass es eine Heilige Corona gibt. Im Gegensatz zu Pater Friedrich.  Aber es fällt uns noch viel mehr ein als die Märtyrerin aus dem 2. Jahrhundert. Was hat seit der Krise für uns eine neue oder andere Bedeutung. Wer hat noch vor wenigen Wochen von Zoom-Konferenzen oder Social Distancing gesprochen? Wobei bei letzterem übrigens die räumliche Distanz gemeint ist. Ein weiteres Beispiel ist der Lagerkoller? Den überkam früher Jugendliche im Zeltlager oder die Clique beim gemeinsamen Hüttenwochenende. Und jetzt „kollert“ das Lager nicht mehr weit weg, sondern zu Hause in der Familie.

Gottesdienstbesuch online oder real?

Auch der sonntägliche Kirchgang ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Gottseidank gibt und gab es zahlreiche Streaming-Angebote (auch im Münchner Kirchenradio werden regelmäßig Gottesdienste übertragen), sodass man „online“ mitfeiern konnte. Eine Chance, denn mit Sicherheit hat man dadurch auch Menschen erreicht, die eben normalerweise nicht in die Kirche gehen. Klar: Ein Ersatz für die erlebte Gemeinschaft können digitale Gottesdienste nicht sein. Aber ein Angebot, für all die, die es nutzen wollen.

Grenzen der Digitalisierung

Natürlich gibt es Grenzen bei der Digitalisierung. Online-Beichten ist nicht möglich, und wer will schon online den Bund der Ehe schließen oder sein Baby taufen lassen? Wir brauchen die Gemeinschaft. Und wir sehnen uns alle nach Normalität. Die Eltern oder Großeltern besuchen, mit dem oder der Liebsten ein Wochenende verreisen, den Kindern morgens Pausenbrot für die Schule schmieren - oder einfach nur zum Frisör gehen. Übrigens: Kurz nach der Wiedereröffnung der Salons hatte ich einen Termin ergattert. Ich war Pater Friedrich also ein weiteres Mal voraus.

Wir beide wünschen Ihnen, dass all die kleinen, normalen Dinge, die unseren Alltag so lebens,-und liebenswert machen, für Sie schon oder bald wieder möglich sind. Und vor allem: Bleiben Sie gesund!

 

Diese Themen und noch viel mehr behandeln wir ausführlich in unserer Sendung.

Und für das nächste Mal wollen wir Sie fragen: Welche Erlebnisse haben Sie in dieser Zeit gesammelt? Welche Erfahrungen gemacht? Erzählen Sie es uns! Unter studio@muenchner-kirchenradio


Die Autorin
Tanja Bergold
Leiterin Programmentwicklung im Münchner Kirchenradio
t.bergold@st-michaelsbund.de


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