Faschings-Secondhand-Markt der „Aktion Hoffnung“ Alles für den Narren

11.01.2017

Ein heißer Tipp für modebewusste Faschingsfans: Die Secondhand-Märkte der "Aktion Hoffnung". Dort kommen nicht nur Karnevals-Narren voll auf ihre Kosten.

Christine Bender ist fündig geworden. © Kiderle

München – Es ist ein unscheinbarer Innenhof in der Nähe der Münchner Hackerbrücke. Von der Hauptstraße aus deutet nichts darauf hin, dass hier Münchens größter Secondhand-Faschingsmarkt stattfindet. Wer sich aber durch das Geschäft Vinty’s wagt und über den verschneiten Innenhof geht, kommt zu einer Garage. Über dem Tor prangt der irreführende Name „Trachtenmarkt“. Drinnen im Laden kommt aus den Lautsprechern Popmusik, von den Decken hängen gelbe Luftballons und überall in der Halle verteilt stehen Kleiderständer, die bis zum Bersten mit bunten Kostümen behangen sind. Rund 3.000 Faschingskostüme und -accessoires stehen hier zur Auswahl, vom Prinzessinnenkleid über verschiedene Superheldenanzüge bis hin zur Mönchskutte. Ein komplettes Kostüm gibt es hier schon ab 16 Euro.

Die meisten Besucher haben von diesem Markt über Zeitungsanzeigen oder Facebook gehört. Dass es dabei aber um einen guten Zweck geht, wissen die wenigsten. Der Faschingsmarkt gehört wie der Secondhand-Laden Vinty’s zur „Aktion Hoffnung“, einer Hilfsorganisation der Diözese Augsburg und von Missio München. Bei der Kleidung handelt es sich ausschließlich um Spenden von Privatpersonen, der Verkaufserlös kommt Entwicklungsprojekten zugute. Die verkauften Faschingskostüme helfen beispielsweise irakischen Flüchtlingen im Libanon. Mit dem Geld werden Familien ernährt und Kindern wird Bildung ermöglicht.

Leiterin Agnes Fuchsloch freut sich über viele Besucher im Vinty‘s. © Kiderle

Gute Laune für guten Zweck

Dass ihre Kunden nichts davon wissen, überrascht auch Shopleiterin Agnes Fuchsloch. Sie hat im Eingangsbereich eine Tafel aufgestellt, die über die „Aktion Hoffnung“ informiert. Darauf steht der griffige Slogan „Aus Kleiderspenden machen wir Geldspenden für Projekte weltweit“. An der Tafel bleibt aber keiner stehen. Zwischen den Kleiderbergen geht sie unter. Später platziert Agnes Fuchsloch die Tafel näher an der Kasse, wo sie auch aushilft und den Kunden erklärt, wohin ihr Geld geht.

Ihr ist wichtig, ein Bewusstsein und eine Verantwortung für die Welt weiterzugeben. Es gehe nicht nur um Spenden, meint sie, Vinty’s veranstalte regelmäßig Infoabende zu den Themen Nachhaltigkeit und ethische Mode. In dem Secondhand-Laden verkauft sie auch Fair-Trade-Lebensmittel.

Die Idee, anderen Menschen mit ihrem Kauf helfen zu können, gefällt auch Christine Bender. Sie war schon einmal auf einem Kleidermarkt der „Aktion Hoffnung“ und ist deshalb auch hierhergekommen. Für ihre vier Enkelinnen hat sie schon einiges gefunden und auch für sich selbst eine ungewöhnliche Kopfbedeckung. Begeistert nimmt sie sich vor, das nächste Mal wiederzukommen, so klasse findet sie die Sache. (Ralph Würschinger)

Die „Aktion Hoffnung“ bietet im Erzbistum und außerhalb noch viele weitere Faschingsmärkte an, regelmäßig auch in Pfarreien. Hier eine Auswahl der Termine. Freitag, 20. Januar, 15 bis 18 Uhr: Velden (Pfarrheim). Samstag, 21. Januar, 11 bis 16 Uhr: München (Vinty's); Samstag, 28. Januar, 10 bis 13 Uhr: Eresing/St. Ottilien (Erzabtei, Foyer des Gästehauses); Penzberg (Pfarrzentrum Christkönig); Teisendorf (Pfarrheim Teisendorf). Samstag, 4. Februar, 10 bis 13 Uhr: Windach (Pfarrsaal), München-Frieden Christi (Pfarrei Frieden Christi), Rott (Aula der Volksschule). Samstag, 11. Februar, 10 – 13 Uhr: Puchheim (Pfarrheim St. Josef)

Dieser Artikel gehört zum Thema Münchner Fasching

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