Gesprächsforum in Mühldorf Als Geschöpf Gottes eingeladen

25.03.2019

Gäste aus Politik und Gesellschaft kamen auf Einladung von Weihbischof Bernhard Haßlberger im Mühldorfer Kulturhaus „Haberkasten“ zusammen, um gemeinsam ihre unterschiedlichen Zugänge zum Thema „Heimat“ zu diskutieren.

v.r. Weihbischof Bernhard Haßlberger, die Juristin Semiha Stubert, Moderator Ernest Lang, Klaus Schex, Vorsitzender des Dekanatsrats Waldkraiburg, Marianne Zollner, Erste Bürgermeisterin von Mühldorf und Professor Andreas Schwarz von der Katholischen Stiftungshochschule München. © Kiderle

Mühldorf – Den Auftakt machte Andreas Schwarz, Professor für Politikwissenschaften in der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungshochschule München und Dekan der „Fakultät Soziale Arbeit München“. In seinem Vortrag zu Beginn des Abends setzte er drei Impulse: Erstens: Heimat als gelebte Vertrautheit und als gelebte Tradition im kirchlichen Kontext. „Ist die Kirche in der Gesellschaft noch Heimat und ist Demokratie Heimat für die Kirche?“, lautete sein zweiter Ansatz. Und schließlich stellte Schwarz die Frage nach der Gestaltung von Heimat – auch vor dem Hintergrund populistischer Entwicklungen. Sein Vorschlag: stets mit Humor und mit Gelassenheit miteinander reden.

In der Gesprächsrunde befragte der Journalist und Moderator Ernest Lang seine Gäste zu ihren unterschiedlichen Zugängen zum Thema Heimat. „Heimat ist da, wo ich mich auskenne“, habe mal ein kleiner Bub zu ihr gesagt, erklärte die Mühldorfer Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD). Eine gute Kinderbetreuung sei wichtig, um Heimat und Kultur zu schaffen. Auch die Flüchtlingsarbeit sei hierfür ein positives Element.

Heimat kann man nicht verordnen

Die türkischstämmige Juristin Semiha Stubert sagte, Heimat sei für sie kein fixer Ort. Sie habe in Indien und in England gelebt und sich auch dort zu Hause gefühlt. „Ich gehe auch gern in jede Kirche, egal, welcher Religion dieses Haus gehört. Als Geschöpf Gottes bin ich immer eingeladen“, erklärte sie. Der Vorsitzende des Dekanatsrats Waldkraiburg, Klaus Schex, fand, Heimat könne man nicht verordnen, nur verorten. Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit sei wichtig, sie präge die junge Generation auch heute noch, aber nicht mehr so stark wie früher. Das Alternativangebot sei größer, der Trainer im Sportverein vielleicht auch ein guter Seelsorger.

„Letztendlich gehe es um die Frage‚ wie wir in unserer Gesellschaft und als Kirche mit Vielfalt, mit Unterschieden, mit anderen Kulturen und Religionen leben können, in Frieden und Respekt voreinander, ohne die eigenen Überzeugungen und guten Traditionen aufzugeben“, sagte Weihbischof Bernhard Haßlberger, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte. Er nahm auch zur Ausgrenzung von Menschen mit Homosexualität in der Kirche Stellung: „Das ist ein großes Thema: Wir sind uns einig, dass wir uns hier weiterentwickeln müssen.“ Kirche müsse dem Auftrag ihres Gründers Jesus Christus gerecht werden. Das sei immer schon eine Gratwanderung gewesen. „Wo hält man die Linie, wo muss man sich öffnen?“ (Nicole Sutherland)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Heimat

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