Alexander Diepold Als Sinto für Sinti und Roma

04.03.2019

Der Sozialpädagoge hat erst als Erwachsener erfahren, dass er der Minderheit der Sinti und Roma angehört. Heute engagiert er sich auch für die Erinnerungskultur.

Alexander Diepold ist in verschiedenen Kinderheimen aufgewachsen. Trotz aller Schwierigkeiten ist er Sozialpädagoge geworden. In seiner Einrichtung "Madhouse", in der Kinder leben, die durch alle Raster gefallen sind, hatte er Ende der neunziger Jahre zwei Sinti-Jungen betreut. Über ihre Familien hat er erfahren, dass er selbst dieser Minderheit angehört. Diepold hat sich lange überlegt, wie er damit umgehen soll. Denn in seiner Arbeit hat er mitbekommen, wie Sinti und Roma auch heute noch diskriminiert werden.

Heute setzt er sich für alle Belange der Minderheit ein. Und er organisiert den Gedenktag an die Münchner Sinti und Roma mit, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind.

Am 08.03.2019, 14.30 Uhr, findet in der Theatinerkirche ein ökumenischer Gottesdienst anlässlich der Deportation der Münchner Sinti und Roma 1943 statt.

Am 13.3.2019, 15 Uhr, werden am Platz der Opfer des Nationalsozialismus die Namen der aus München deportierten Sinti und Roma öffentlich vorgelesen.

Am 13.03.2019, 19.00 Uhr, beginnt im NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1 die Gedenkveranstaltung unter dem Motto: "Was kann geschehen, um unsere Glaubensbrüder zu schützen? Die Kirchen und der Genozid an den Sinti und Roma".

Am 16.03.2019, 14.00 Uhr, bietet die KZ-Gedenkstätte Dachau einen offenen Rundgang zu Sinti und Roma als Häftlingsgruppe im KZ-Dachau an.

Am 21.03.2019, 14.30 Uhr, wird in der Friedenspromenade 40 ein Erinnerungszeichen an die Sinti-Familie Schneck an die Öffentlichkeit übergeben.

Audio

Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.strauss-richters@st-michaelsbund.de


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