Maria in der Musik Alte und neue Lieder für die Gottesmutter

06.05.2019

Der Frühlingsmonat Mai mit seinem erwachenden Leben „gehört“ ihr: Die Gottesmutter Maria wird dann „mit allen Sinnen“ gefeiert und verehrt, mit Blumen, Kerzen und besonders mit Liedern - mit alten und mit neuen.

Das "Ave Maria" wurde von vielen Komponisten vertont.
Das "Ave Maria" wurde von vielen Komponisten vertont. © lapas77 - stock.adobe.com

München – Im Magnificat, einem Lobgesang aus dem Lukasevangelium kommt Maria selbst zu Wort und preist Gott. Daraus lasse sich gut ihre Botschaft ablesen, sagt Kardinal Reinhard Marx: „Die Mächtigen stürzt er vom Thron, die Hungernden sieht er, die Kranken, die Schwachen, die Armseligen, die Hoffnungslosen richtet er auf. Er ist den Sündern nahe, er ist den Menschen nahe, die in ihren Verwirrungen und Verstrickungen ihren Weg gehen - und diese Menschen sind wir.“

Das Magnificat sei auch ein Aufruf, "unser Gemeinwesen, unser persönliches Leben daran zu orientieren". Dann werde es möglich, den Weg zum gelingenden, zum glücklichen Leben zu beschreiten, so der Erzbischof von München und Freising. "Eine wirkliche marianische Frömmigkeit ist den Menschen zugewandt, ist ein Zeugnis für die Menschenfreundlichkeit Gottes, in unserem Alltag, in unserem politischen Gemeinwesen."

Country-Ballade über Maria

Natürlich zeugen nicht nur jahrhundertealte Kirchenlieder von der Marienverehrung, auch in der heutigen Popmusik hat Maria ihren festen Platz – als spirituelle Figur oder als biblisches Beispiel einer starken Frau.

Country-Superstar Faith Hill hat der Gottesmutter etwa 2008 das Lied „A Baby Changes Everything“ gewidmet. Hill, die laut Wikipedia über 40 Millionen Platten verkauft hat und in einer Baptisten-Familie aufgewachsen ist, singt in der Ballade über ein junges Mädchen, das schwanger ist und vor einer unsicheren Zukunft steht. Der Mann, den sie liebt, ist nicht der Vater des Kindes – wie will sie also „sein Vertrauen behalten?“, heißt es im (englischen) Text. Am Ende stellt sich heraus, dass es hier tatsächlich um die Jungfrau Maria geht, die bald Gottes Sohn zur Welt bringen wird:

Der Chor der Engel singt / Ruhm dem neugeborenen König / Ein Baby verändert alles / Ein Baby verändert alles / Alles, alles, alles / Hallelujah.

Schuberts "Ave Maria"

Weltbekannt ist natürlich das „Ave Maria“, das „Gegrüßest seist du, Maria“. Der lateinische Gebetstext wurde von Komponisten wie Brahms, Gounod oder Liszt vertont. Mit am populärsten ist das Ave Maria von Franz Schubert. Der eigentliche Titel von Schuberts Lied lautet aber „Ellens dritter Gesang“, weil der Komponist seine Melodie gar nicht auf das katholische Gebet schrieb, sondern ein romantisches Gedicht vertonte. Weil dieses Gedicht aber mit den Worten „Ave Maria“ beginnt, wurde in späteren Bearbeitungen einfach Schuberts Komposition mit dem lateinischen Ave-Maria-Text kombiniert und so ein Kirchenlied „erschaffen“, das sowohl auf Hochzeiten als auch auf Beerdigungen häufig gespielt wird.

Schlagerhymne

Eine – deutlich flottere – Schlagerhymne aus den 1980er Jahren von Jennifer Rush nennt sich ebenfalls „Ave Maria“. Das Lied erschien ursprünglich auf ihrem Nummer 1-Album „Movin‘“ und kam 1991 auch noch als Single heraus. In den kurzen Strophen singt Rush im weitesten Sinne über einen neuen Aufbruch und darüber, der eigenen Intuition zu folgen:

Gefühle marschieren auf / Die Gedanken geraten ins Hintertreffen / Drehen sich im Kreis und bekämpfen geheimes Verlangen / Ave Maria.

Mit dem Gebet hat der Text dieses pathetischen Synthiepopsongs also nur noch den Titel gemein.

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de


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