Ostermontag Osterspaziergänge in Corona-Zeiten

05.04.2021

„Osterspaziergänge“ oder „Emmausgänge“ empfinden die Begegnung der Jünger mit Jesus auf dem Weg nach Emmaus nach. Hier drei Beispiele, wo man privat, allein oder mit der Familie, einen Osterspaziergang unternehmen kann.

Anfangs- und Endstation des Osterspaziergangs: St. Michael (links) und St. Qurin
© privat

Ganze Pfarreien machen sich oft auf den Weg zu nahegelegenen Wallfahrtskirchen, Kapellen oder Flurkreuzen. Doch solche Osterspaziergänge sind in Corona-Zeiten in den meisten Pfarreien abgesagt. Hier drei Beispiele, wo man privat, allein oder mit der Familie, einen Osterspaziergang unternehmen kann:

Von Kirche zu Kirche durch die Aubinger Lohe

Eine Kirche am Anfangspunkt der Wanderung, eine am Ende: wer in München-Lochhausen an der S3 aussteigt, sieht rechter Hand die spätgotische Kirche Sankt Michael, die einen Besuch lohnt. Danach geht es erst durch die Bahnhofsunterführung zurück und dann am Bach entlang in die Aubinger Lohe. Hier kann man die ersten Frösche quaken hören oder die Wasservögel beobachten. Durch den Wald führt der Osterspaziergang vorbei an zwei Keltenschanzen und über den Teufelsberg, Münchens höchster Punkt, hinunter zur Eichenauerstraße. Sobald man den Wald verlässt, ist in der Ferne schon die zweite Kirche des Pfarrverbands zu sehen: Sankt Quirin. Entlang der Eichenauerstraße erreicht man das Gotteshaus in weiteren 20 min. Die gotische, barockisierte Kirche wurde 1489 geweiht und nach einem kurzen – oder auch längeren – Besuch kann man am Bahnhof Aubing direkt in die S4 steigen. Die Wanderung dauert mit Aufenthalt in den Kirchen etwa 2 Stunden.

Hoch über dem Inntal: der Petersberg

Der Petersberg im Inntal ist so etwas wie die „Hauswallfahrt“ des darunter gelegenen Ortes Flintsbach: regelmäßig (in Nicht-Corona-Zeiten) pilgern die Gläibigen hierher, sejt Jahrhunderten. Am schönsten ist die kleine Wanderung durch den Wald nördlich des breiten Forstwegs, den die meisten Wanderer benutzen. Hier, etwas abseits, wechseln sich kleine Wasserfälle mit Bächen ab, immer wieder machen die Bäume den Blick frei auf die Gemeinden Nußdorf und Flintsbach. In langen Serpentinen erreicht man über den Wagnerberg die ehemalige Probsteikirche auf dem Petersberg. Unterwegs, im letzen Viertel des Weges, kommen die Osterspaziergänger an dem vom Rosenheimer Bildhauer Josef Hamberger geschaffenen Stationenweg vorbei. 13 Bronzereliefs thematisieren Jesus Christus und die Apostel. Die 14. Station ist die dem Heiligen Petrus geweihte Wallfahrtskirche. Etwa eine Stunde hat die Wanderung gedauert. Das kleine Gotteshaus ist eines der ältesten im Inntal, 1130 wurde sie zum ersten Mal erwähnt. Am Platz vor dem Kirchenportal hat man einen wunderbaren Blick auf das Inntal.

Die Häschenschule in Ottenhofen

Start des Osterspaziergangs ist an der Häschenschule in Ottenhofen im Landkreis Erding. Vorbild dafür ist der Kinderbuchklassiker von Albert Sixtus. Unterhalb der Kirche sitzen lebensgroße Strohhasen in ihrem Naturklassenzimmer, jedes Jahr zu einem anderen Thema. Heuer steht der Musikunterricht auf dem Stundenplan. Von dort aus geht es an der Sempt entlang Richtung Forstinning. Dabei quert man auch eine alte Römerstraße. Unter den Bäumen, die sich langsam grün färben, lässt es sich besinnlich wandern bis zur Quelle der Sempt. Ein ruhiger Ort, der zum Rasten und Ruhen einlädt.

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Ostern

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