Kirche lässt Milchbauern nicht im Stich Am Rande der Existenz

30.05.2016

Bei fast jedem Einkauf steht sie auf der Einkaufsliste: die Milch. Doch obwohl viel Milch getrunken wird, reicht es für die Milchbauern oft trotzdem nicht mehr zum Leben. Die Preise sinken immer weiter in den Keller. Auch die Kirche im Erzbistum München und Freising ist alarmiert und bietet auf unterschiedlichen Wegen Hilfe an.

Auch im Erzbistum München und Freising können viele Landwirte von der Milchwirtschaft alleine nicht mehr leben. (Bild: Fotolia) © Fotolia

München – Milchbauern zu helfen ist die Aufgabe der Kirche im Erzbistum, findet Ute Mowitz-Rudolph, Geschäftsführerin beim VerbraucherService Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund: „Der Auftrag ist Bewahrung der Schöpfung. Das hat ganz viel damit zu tun, wie wir mit unseren Ressourcen, der Umwelt, der Natur und den Tieren umgehen und deswegen muss Kirche da mitreden, denke ich.“ Die Unterstützung, die der VerbraucherService im KDFB anbietet, sieht ganz unterschiedlich aus. Sei es, dass man sich um Themen wie die Kennzeichnung regionaler Produkte kümmert, oder politisches Engagement. „Wir beteiligen uns jetzt zum Beispiel beim neuen Bündnis für Bayern, wo viele Bündnispartner auf die Misere aufmerksam machen wollen und einfach auch die Politik zum Handeln aufrufen.“

So fordert das Bündnis zum Beispiel das strikte Verbot von Rabattaktionen bei Grundnahrungsmitteln oder, dass klarer erkennbar sein muss, welche Lebensmittel aus Bayern stammen. Denn wo „BY“ drauf steht, ist nicht unbedingt ein Produkt aus Bayern drin. Es kann auch nur bedeuten, dass es in Bayern verpackt wurde. „Deshalb gibt es Kennzeichen wie „Qualität aus Bayern“ oder auch Internetplattformen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, wo man auch direkt regionale Erzeuger suchen kann“, erklärt Mowitz-Rudolph.

Hilfe und Unterstützung finden die regionalen Milchbauern beispielsweise auch bei der Bäuerlichen Familienberatung, die die Erzdiözese München und Freising anbietet. „Dort sind mehrere ehrenamtliche und gut ausgebildete Mitarbeiter tätig, die zu den Höfen hinfahren und vor Ort schauen, wie die Lage ist“, so Elisabeth Simon vom Fachbereich Landpastoral. Die Nachfrage habe sich in den vergangenen Jahren enorm erhöht, stellt Simon fest. Doch nicht nur praktische Hilfe wird nachgefragt, oft geht es auch um die seelsorgerische Stütze, die man sich von der Kirche erhofft: „Dass man sich einfach mal ausreden kann, ist meiner Meinung nach immer der erste Schritt zur Problemlösung“, so Simon. Zugleich versuche die Kirche aber auch Verbraucher zu schulen und sie für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren, so Simon. Denn: „Lebensmittel sind Mittel zum Leben und die sollten uns wertvoll sein.“ (ly)


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