Kardinal Marx zum Abschluss der Synode Amazonas-Synode hat "Bedeutung für die ganze Welt"

26.10.2019

Umweltzerstörung ist ein großes Thema in Amazonien. Laut Kardinal Marx hat sich im Rahmen der Amazonas-Synode nun eine neue Öko-Allianz gebildet.

Kardinal Marx beim Abschluss der Amazonas-Synode.
Kardinal Marx beim Abschluss der Amazonas-Synode. © kna

Rom – Die Amazonas-Synode im Vatikan hat nach Aussage von Kardinal Reinhard Marx, "Bedeutung für die ganze Welt". Im Umfeld des Treffens zeige sich eine "neue Allianz von religiös Verantwortlichen, Wissenschaft und Jugend": Drei nicht-politische Akteure kämen zusammen in ihrem Einsatz für die Zukunft der Menschheit, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Samstagabend vor Journalisten in Rom.

Er sei froh, dass das dreiwöchige Treffen von gut 180 Bischöfen und weiteren knapp 100 Experten und Gästen zu einem Zeitpunkt hoher Aufmerksamkeit für den Klimawandel stattfand, sagte Marx weiter. "Wir müssen begreifen: Es ist Zeit zu handeln, weil es um die Zukunft der Erde, der Menschheit geht."

Abholzung und Umweltzerstörung

Der Bischof von Obidos am Amazonas, der aus Deutschland stammende Johannes Bahlmann, bestätigte diese Einschätzung. "Später kann zu spät sein. Jetzt ist die Stunde, dass wir uns dem stellen", so Bahlmann. Abholzung und Umweltzerstörung seien eine sehr große Herausforderung für die Kirche in Amazonien. Dank ihrer weiten Verbreitung sei die Kirche aber gut gerüstet, sich dem zu stellen.

Die gegenwärtige Regierung in Brasilien erschwere den Einsatz für den Regenwald und die Menschen dort zwar. Vielfach scheitere aber die Verfolgung von Gewalttaten oder illegaler Abholzung allein am fehlenden Benzin der Polizeiautos, berichtete Bahlmann. "Dann kommen der Staatsanwalt oder der Polizeikommandant zu uns und fragen, ob wir ihnen ein Boot oder ein Auto stellen können."

Respekt für indigene Kulturen wichtig

Der Theologe Paulo Suess forderte die Kirchengemeinden in Amazonien wie in Europa dazu auf, ihren Teil dazu beizutragen, um ökologische Zerstörung zu stoppen. Christen müssten sich dieser ökologischen Sünden und Entfremdung bewusst sein. An dieser Stelle zeige sich auch der Zusammenhang mit kirchlicher Seelsorge.

"Wenn wir gesunde, lebendige Gemeinden aufbauen, haben jene Sekten keine Chancen, die zerstörerisch auf indigene Kulturen wirken und auch mit Ökologie nichts am Hut haben", so Suess. Deswegen seien der Respekt für indigene Kulturen wie auch die Beteiligung der Menschen so wichtig. (kna)


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