Kinder-Passion An die dreißig Schüler spielen Leiden Jesu nach

18.03.2016

Die Gläubigen im Pfarrverband Waging am See dürfen sich in diesem Jahr wieder auf ein Passionsspiel der Kinder freuen. An die dreißig, teilweise noch sehr junge Nachwuchs-Schauspieler sind zusammen mit Gemeindereferent Martin Riedl schon fleißig am Üben.

Gemeindereferent Martin Riedl leitet die Mädchen und Buben mit viel Einsatz an – hier bei einer Probe in der Kirche von St. Leonhard am Wonneberg. (Bild: Eder)

Waging am See –„Hosianna!“, erklingt es ein wenig zaghaft aus annährend dreißig Kinderkehlen. „Das muss noch viel lauter kommen“, ermuntert Gemeindereferent Martin Riedl. Und tatsächlich legen die Mädchen und Buben einen Zahn zu: „Hosianna!“, erschallt das Willkommens-Geschrei der Bevölkerung von Jerusalem schließlich so enthusiastisch, dass Riedl dies nur noch mit „Perfekt!“ honorieren kann. Bei einer der drei Proben, die abwechselnd in den Kirchen des Pfarrverbands Waging am See (Dekanat Traunstein) abgehalten werden, ist deutlich zu hören, mit wie viel Eifer die Kinder bei der Sache sind – immer wieder angefeuert von ihrem Regisseur Riedl.

Der Gemeindereferent hat dieses Passionsspiel für Kinder selbst aus verschiedenen Vorlagen zusammengestellt. Untermalt wird es mit passenden Liedern, gesungen von einem der Kinder. Riedl hat für dieses Stück schon etliche Male Regie geführt: zunächst im Pfarrverband Garching und in der Stadtkirche Traunstein, wo er zuvor tätig war, und nun schon zum wiederholten Mal im Pfarrverband Waging am See. Dabei ist es ihm wichtig festzustellen, dass es sich hier um ein ernst zu nehmendes Unternehmen handle, das mit „Kindertheater“ nichts zu tun habe. Es gehe vielmehr um Verkündigung beziehungsweise Verinnerlichung der christlichen Kernbotschaft.

Heuer ist es eher mühsam, die ausreichende Zahl von Kindern zusammenzubekommen. So werden auch Geschwisterkinder mit dazugenommen, um eine würdige Jüngerschar für die Szenerie bereitstellen zu können. Heutzutage ist es ja nicht mehr ganz so einfach, die Kinder, die von Musik über Sport bis zur Schule mächtig beschäftigt sind, für ein weiteres Projekt zu gewinnen. So kann auch mancher erst später zur Probe kommen, andere müssen früher gehen – für Martin Riedl durchaus eine Herausforderung.

Und wie immer ist es ein rechtes Gewusel in der Leonharder Kirche rund um den Altar. Am Anfang des Stücks steht der Einzug. Temperamentvoll folgt die Szene, als Jesus, gespielt von Tim Höher, die Händler aus dem Tempel verjagt. Hier muss vor allem geübt werden, dass Händler und Geldwechsler so richtig erschrecken, Jesus sie lautstark anfährt. Etwas Arbeit erfordert auch die Szene, als der Hohepriester Kaiphas (Toni Schmid) dem Judas (Konstantin Kleißl) den prall gefüllten Beutel mit 30 Silberlingen übergeben soll. Die Gier des Judas soll dadurch zum Ausdruck kommen, dass er dem Hohenpriester den Beutel förmlich aus der Hand reißt.

Und das Stück findet Anklang. Wie Riedl berichtet, wird er wegen des Textes fast monatlich aus Pfarrgemeinden in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz angefragt. Heuer führen eine „Pfarre aus Wien“ und eine evangelische Gemeinde in Hamburg dieses Passionsspiel auf.

Und im eigenen Pfarrverband wird das Stück zu folgenden Terminen gezeigt: am Samstag, 19. März, um 19 Uhr im Rahmen des Abendgottesdienstes in der Pfarrkirche Otting, am Palmsonntag, 20. März, um 10 Uhr beim Gottesdienst mit Palmsegnung in der Pfarrkirche Waging sowie am Karfreitag, 25. März, um 10.30 Uhr beim Kinderkreuzweg in der Pfarrkirche St. Leonhard. (Hans Eder)


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