Lourdes zieht Millionen Gläubige an Anerkannte Wunderheilungen

15.03.2017

Das kleine Städtchen Lourdes im Südwesten Frankreichs ist zum Synonym für das Pilgern geworden. Bis heute ist die Popularität des Ortes ungebrochen.

Ein Freiluft-Gottesdienst in Lourdes zählt zu den Höhepunkten einer Pilgerreise dorthin. © KNA

Lourdes – Millionen von Menschen haben sich auf den Weg gemacht, um in dem kleinen Städtchen Lourdes, am Fuße der Pyrenäen gemeinsam zu beten. Die Zahl der Kranken, die sich vom Lourdes-Wasser Linderung oder gar Heilung versprochen haben, ist Legion.

Begonnen hat alles am 11. Februar 1858. Damals soll der 14-jährigen Bernadette Soubirous (1844 – 1879) zum ersten Mal eine „weiß gekleidete Dame“ erschienen sein. Diese Erscheinung wiederholt sich in den folgenden Monaten noch 17 Mal. Bei einer der Begegnungen fordert die als Muttergottes erkannte Dame das Mädchen auf, in der Grotte von Massabielle nach Wasser zu graben. Und tatsächlich findet Bernadette genau hier eine Quelle, deren Wasser bis heute Wunderkräfte zugeschrieben werden. 1862 wird schließlich auf Geheiß des Mädchens über der Grotte eine Krypta gebaut, 1866 folgt schließlich die Errichtung der „Basilika zur Unbefleckten Empfängnis“.

Trotz Skepsis erfolgt kirchliche Anerkennung

Gleichzeitig beginnt ab diesem Zeitpunkt eine Pilgerbewegung, die bis heute ungebrochen ist. Um den vielen Wallfahrern Platz zu bieten, entstand im Laufe der Jahre um die Grotte ein so genannter „heiliger Bezirk“ mit mehreren Kirchen und Freiflächen. Hier versammeln sich die Gläubigen aus aller Welt und gedenken der Marienerscheinungen des 14-jährigen Hirtenmädchens. Trotz zahlreicher Skeptiker, die den Berichten Bernadettes keinen Glauben schenken wollen, werden ihre Erscheinungen kirchlicherseits anerkannt: Zunächst vom zuständigen Ortsbischof Laurence von Trabes im Jahr 1862 und dann 1891 auch von Papst Leo XIII. Schließlich folgt 1925 die Seligsprechung und 1933 die Heiligsprechung Bernadettes.

6.000 dokumentierte Krankenheilungen

Seine besondere Beliebtheit verdankt der Wallfahrtsort Lourdes wohl nicht zuletzt auch den vielen Krankenheilungen, die seither bekannt geworden sind. Man spricht von insgesamt 30.000, die es gegeben haben soll, wovon 6.000 auch tatsächlich dokumentiert sind. Darunter wiederum 69, die als Wunderheilungen seitens der Kirche anerkannt worden sind. Ungebrochen ist nach wie vor auch die Beliebtheit des Wassers aus der Grotte von Massabielle: 120.000 Liter fließen dort täglich. Verwendet wird es einerseits für heilende Bäder, die man vor Ort nehmen kann. Andererseits wird es in Flaschen abgefüllt und an die vielen Lourdes-Pilger verkauft. (Susanne Holzapfel)

Die Peregrinatio unternimmt ihre erste Lourdes-Flugreise des Jahres von 8. bis 11. Mai. Weihbischof Wolfgang Bischof wird die Pilger begleiten. Auf dem Reiseprogramm stehen unter anderem folgenden Höhepunkte: Gottesdienst an der Grotte von Massabielle, Lichterprozession, Kreuzweg auf dem Kalvarienberg, Sakramentenprozession, internationale Messe, Ausflug nach St-Bertrand-de-Comminges.

Video

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pilgern

Das könnte Sie auch interessieren

© imago

Auf der Spur von Mysterien Pilger-Geheimtipp Irland

Während die meisten Wallfahrer nach Lourdes, Fátima, Santiago de Compostela, Rom oder in das Heilige Land pilgern, ist ein Land noch weitestgehend unbeachtet: Irland haben die wenigsten Gläubigen auf...

18.03.2017

Pilgerstelle Peregrinatio Pilgern hat immer noch Hochkonjunktur

Die Pilgerstelle Peregrinatio bietet seit eineinhalb Jahren spezielle Pilgerreisen für das Erzbistum München und Freising an. Geschäftsstellen-Leiter Diakon Ralph Prausmüller erklärt, welche Bedeutung...

16.03.2017

© privat

Zwei Wallfahrer erzählen von ihren Erfahrungen Den inneren Schweinehund besiegen

Pilgern kann überzeugen und den Glauben vertiefen. Doch man muss sicher erstmal aufmachen, auf den Weg, das Abenteuer. Zwei Pilger erzählen...

16.03.2017