Marienpilger in Unterflossing Angebliche Marienerscheinung in Bayern

11.09.2017

Knapp 1000 Menschen sind am Wochenende ins oberbayerische Unterflossing gekommen, um die Gottesmutter Maria zu sehen. Ob sie ihnen erschienen ist?

Knapp 1000 Menschen haben gehofft, dass ihnen in Unterflossing die Muttergottes erscheint.
Knapp 1000 Menschen haben gehofft, dass ihnen in Unterflossing die Muttergottes erscheint. © fotolia/pongmoji

Polling – Rund 800 bis 1.000 Menschen haben am Wochenende einer angeblichen Marienerscheinung im oberbayerischen Unterflossing beigewohnt. Das erklärte der zuständige Pollinger Bürgermeister Lorenz Kronberger im Anschluss gegenüber lokalen Medien vor Ort. Dabei zeigte er sich erleichtert über einen "friedlichen und geordneten" Ablauf. "Keiner hat die Gottesmutter persönlich getroffen, das war auch nicht zu erwarten", fügte er hinzu. Das Erzbistum München und Freising war durch einen Beobachter vertreten, der sich nicht öffentlich äußerte. Das Ordinariat hatte im Vorfeld angekündigt, die Vorgänge zu prüfen.

Der Sizilianer Salvatore Caputa behauptet seit 1986, dass ihm regelmäßig die Gottesmutter Maria erscheine, dies vorher mit Ort und Zeit ankündige und dabei Botschaften übermittle. Zu seinen Auftritten in Südtirol und in Kärnten in den vergangenen Jahren liegen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) ablehnende Stellungnahmen der betroffenen Bistümer vor.

Seher verlas angebliche Botschaft Marias

Diese beziehen sich stets auf ein älteres Gutachten der norditalienischen Diözese Mantua, in der Caputa wohnt. Nach sorgfältiger Prüfung der angeblichen Visionen und Privatoffenbarungen gebe es nichts, das erlaube, "objektiv an Erscheinungen zu denken".

2009 unterband der Generalvikar der Diözese Brixen-Bozen einen zweiten "Erscheinungstermin" in der Kirche von Völser Aicha. Der Bischof von Gurk-Klagenfurt, Alois Schwarz, distanzierte sich seit 2010 mehrfach von Caputa und appellierte an die Gläubigen, die Auftritte des Sehers nicht durch ihre Beteiligung aufzuwerten. Der Italiener ist seither halbjährlich in Bad St. Leonhard im Lavanttal präsent, eine nächste Erscheinung dort ist auf einer anonymen österreichischen Internetseite für den 21. Oktober angekündigt.

In Unterflossing fand sich der 73-Jährige auf Einladung eines Kirchenmusikers auf dessen Privatgrundstück ein, zu dem auch eine Kapelle gehört. Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks verlas er etwa eine halbe Stunde nach seiner vermeintlichen Vision gemeinsam mit einer Dolmetscherin eine Botschaft, derzufolge sich Maria Frieden auf Erden wünsche und besonders Deutschland und Österreich liebe. Zu der Veranstaltung am Samstagnachmittag seien Reisebusse auch aus Österreich und Nordrhein-Westfalen gekommen.

Maria ist in Deutschland nie erschienen

Caputa war in Oberbayern erstmals 2015 in Erscheinung getreten, auf dem Grundstück eines Landwirts im Landkreis Erding. Nach dem dritten Mal stoppte jedoch der Hoferbe die Besuche des 73-Jährigen.

Die katholische Kirche hält Marienerscheinungen prinzipiell für möglich, unterzieht entsprechende Vorkommnisse jedoch einer strengen Prüfung, die Jahrzehnte dauern kann. In Deutschland gibt es etliche Marienwallfahrtsorte, aber bisher keinen kirchlich anerkannten Erscheinungsort wie etwa Lourdes oder Fatima. (KNA)


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