Irmengard-Gedenktag am 16. Juli Ansporn und Vorbild

15.07.2017

Unter die vielen Touristen, die die Fraueninsel gerade in den Sommermonaten besuchen, reihen sich nicht wenige betende Wallfahrer zur seligen Irmengard ein. Warum, erläutert Pastoralreferentin Edith Heindl hier.

Fraueninsel mit Benediktinerinnenabtei Frauenwörth © Fotolia.com/Jochen Netzker

Es gibt ganz besondere Orte, zu denen Menschen sich immer wieder auf den Weg machen. Ein solcher Ort ist die Irmengardkapelle im Münster auf Frauenchiemsee. Die Benediktinerinnen der Abtei Frauenwörth fühlen sich der seligen Irmengard sehr verbunden, besonders aber auch die Menschen der ganzen Region. Davon geben viele Votivgaben und -tafeln Zeugnis. In diesen Texten scheint das ganze menschliche Leben auf, mit all seinen Nöten und Sorgen, aber auch mit dem Dank für Heilung und mit der Freude über Hilfe und Glück.

Irmengard, eine Urenkelin Kaiser Karls des Großen, wurde 830 geboren. 860 bekam sie von ihrem Vater Ludwig dem Deutschen den Auftrag, das adelige Damenstift auf der Fraueninsel in ein karolingisches Königskloster umzuwandeln. Die Ordensregel des heiligen Benedikt wurde zur Grundlage des klösterlichen Lebens und ist es bis heute geblieben. Die Abtei Frauenwörth zählt mit Stift Nonnberg in Salzburg und Müstair in Graubünden in der Schweiz zu den ältesten Frauenklöstern nördlich der Alpen.

Edith Heindl ist Pastoralreferentin in den Pfarrverbänden Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer. © PV

Fürsprecherin für die Erfüllung eines Kinderwunsches

Irmengard, gestorben im Jahr 866, gilt als zweite Stifterin des Klosters, nach Tassilo III. als Stifter im Jahr 782. Seit mehr als 1.100 Jahren wird Irmengard verehrt. 1929 erfolgte die Seligsprechung. Ein Bild von 1928 zeigt sie mit Äbtissinnenstab, über der Fraueninsel und dem Chiemsee schwebend. Das drückt aus, was viele Gläubige mit ihr verbinden. Als Patronin des Chiemgaus und Fürsprecherin für die Erfüllung eines Kinderwunsches ist sie ganz nah bei den Menschen.

Für die Benediktinerinnen der Abtei Frauenwörth ist die Selige das Fundament des klösterlichen Lebens. „Ora, labora et lege“ – bete, arbeite und lies – nach diesen Grundsätzen gestalten die Ordensfrauen ihr Leben. Sie stehen damit in einer langen, nie unterbrochenen Tradition. Sie sind auf dem Weg mit Gott und nahe bei den Menschen. Die selige Irmengard ist ihnen Ansporn und Vorbild. (Edith Heindl)

Das diesjährige Irmengardfest feiern die Benediktinerinnen der Abtei Frauenwörth im Chiemsee mit Prior Johannes Pausch vom Europakloster Gut Aich am Gedenktag der Seligen, Sonntag, 16. Juli. Es beginnt mit einem Kirchenzug vom Kloster zum Münster um 10 Uhr, der von den Bad Endorfer Gebirgsschützen begleitet wird. Anschließend feiern die Gläubigen gemeinsam Gottesdienst in der Kirche. Um 15 Uhr findet dort ebenfalls mit Prior Johannes eine Vesper statt. Nicht nur allen Irmgards, Irmengards und Irmis ganz herzliche Einladung zu diesem besonderen Tag auf der Fraueninsel!


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