Angriffe auf Juden Antisemitismus - kein Tabu mehr in Deutschland?

02.04.2019

Jüdische Kinder werden in Schulen gemobbt und angegriffen, israelische Flaggen bei Demos verbrannt und antisemitische Drohungen an jüdische Gemeinden mit vollem Absender verschickt.

Graffiti (gegen) Antisemitismus © Adobe4 Stock_Patrick Daxenbichler

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das noch einmal erleben muss und dass wir einen Antisemitismusbeauftragten brauchen“, sagte Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde dem Münchner Kirchenradio. Hass und Hetze gegen Juden kommen aus vielen Richtungen. Warum ist Antisemitismus in Deutschland gerade wieder so stark und wird so offen gezeigt? Gibt es einen neuen Antisemitismus? Wie kann man gegenhalten und wie die Erinnerung an die Shoah wach und dringlich halten? Wann ist Kritik an der israelischen Politik antisemitisch?
Im Gespräch: Die Schriftstellerin Lena Gorelik, die mit elf Jahren mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland kam. Sie hat Kinder und auch eine sehr spezielle Erfahrung gemacht mit einer Schulprügelei kürzlich, von der sie berichtet. Dr.Philipp Lenhard unterrichtet am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU und überblickt die ganze Geschichte der antijüdischer Angriffe.

Audio

Die Autorin
Gabriele Hafner
Radio-Redaktion
g.hafner@st-michaelsbund.de


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