Frauen in der katholischen Kirche Antwort auf den Kirchenstreik

14.05.2019

In Schongau hat eine bayerische Katholikin "Maria 1.0" ins Leben gerufen. Es soll aber keine Gegenbewegung zu "Maria 2.0" sein.

Die Gottesmutter Maria
Die Gottesmutter Maria © Prot - stock.adobe.com

Schongau – Als Antwort auf den Kirchenstreik der Initiative "Maria 2.0" hat eine Katholikin aus dem Bistum Augsburg "Maria 1.0" ins Leben gerufen. "Maria braucht kein Update", heißt es auf einer Internetseite, die Johanna Stöhr aus dem oberbayerischen Schongau erstellt hat. "Ich möchte damit zeigen, dass es auch Frauen gibt, die treu zur Lehre der Kirche halten", sagte die 33-jährige Lehrerin am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Homepage solle ein Sprachrohr für diese Gläubigen sein.

Keine Gegenbewegung zu Maria 2.0

"Ich möchte keine Gegenbewegung zu 'Maria 2.0' starten, sondern eine Fürbewegung zu Gott", ergänzte Stöhr. "Meine Intention ist es, dass die Menschen wieder auf die Knie gehen und um Bekehrung beten." Sie könne das Anliegen von "Maria 2.0" zwar durchaus verstehen - "aber nur, wenn man die Kirche als Unternehmen betrachtet", so Stöhr. "Doch die Kirche ist der lebendige Leib Christi. Darin hat jeder Mensch seine Aufgabe. Und als Frau ist es nicht meine Aufgabe, Priester zu werden. Das ist die göttliche Ordnung." Sie selbst engagiere sich für die Kirche vielmehr im Gebet, in der Kolpingsfamilie und vor allem als Ehefrau und zweifache Mutter.

Papst Johannes Paul II. habe endgültig verkündet, dass Frauen nicht zu Priestern geweiht werden könnten. Auch Papst Franziskus habe sich entsprechend geäußert. "Also sind die Frauen, die nach Weiheämtern streben, auf dem Holzweg." Es sei nicht gut, dabei die Gottesmutter für eigene Interessen zu instrumentalisieren.

Harter Kern von vier Frauen

Hinter der "Maria 1.0"-Seite stehe ein "harter Kern" von vier Frauen, fügte Stöhr hinzu. Die Gruppe habe bereits "viel, viel Zustimmung" für ihre Aktion bekommen, etwa durch Dutzende E-Mails. "Allerdings geht es uns nicht darum, Mehrheiten zu organisieren. Darum geht es in der Demokratie, nicht aber in der heiligen Kirche." Kritik von "Maria 2.0"-Aktivistinnen habe man bisher nicht erhalten.

"Maria 2.0" ist als Initiative fünfer Münsteranerinnen entstanden und hat sich zu einer bundesweiten Protestwelle entwickelt. An hunderten Orten Deutschlands haben katholische Frauen am Wochenende einen Kirchenstreik begonnen. Bis Samstag protestieren sie gegen eine männerdominierte katholische Kirche und für den Zugang von Frauen zu Weiheämtern. Die Frauen wollen in dieser Zeit kein Gotteshaus betreten und keine ehrenamtlichen Dienste leisten. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Frauen und Kirche

Das könnte Sie auch interessieren

Gruppenfoto zum Auftakt der Gruppe 4 von "Kirche im Mentoring" in Schloss Fürstenried
© Hildegardis-Verein

Frauen in Führungspositionen Programm „Kirche im Mentoring“ geht weiter

Die katholische Kirche will den Anteil von Frauen an kirchlichen Führungspositionen steigern. In München ist deshalb nun die nächste Gruppe eines Mentoring-Programms für Frauen gestartet.

12.07.2019

Schon bei der Bischofskonferenz in Lingen demonstrierten Menschen für die Öffnung der Weiheämter.
© kna

Aktion Maria 2.0 Bilanz nach einer Woche Kirchenstreik

Nach einer Woche Kirchenstreik ziehen Initiatoren und Kirchenobere ein unterschiedliches Fazit. Maria 2.0 ist aber nocht nicht vorbei: Weitere Aktionen sind geplant.

20.05.2019

Protest von "Maria 2.0" in Münster
© kna

Maria 2.0 Bilanz nach einer turbulenten Frauenwoche in der Kirche

Eine Woche lang bewegte die Initiative Maria 2.0 nicht nur die Frauen in der katholischen Kirche. Die Resonanz war groß. Doch was hat es gebracht? Wie geht es weiter? Und was haben Maria 1.0 und Josef...

17.05.2019

Ilse Aigner sympathisiert mit der Protestbewegung Maria 2.0
© imago/Future Image

Kirchenstreik Landtagspräsidentin Aigner sympathisiert mit "Maria 2.0"

CSU-Politikerin Ilse Aigner spricht sich gegen den Zölibat aus und fordert die Priesterweihe auch für Frauen.

17.05.2019

In Münster demonstrierten mehr als 500 Frauen und Männer.
© kna

Frauen und Kirche "Halbzeit" bei Maria 2.0

Die Debatten über den einwöchigen Kirchenstreik der Initiative "Maria 2.0" gehen weiter. Am Mittwoch haben sich dazu verschiedene Bischöfe und andere Experten zu Wort gemeldet.

16.05.2019

Kein Kirchensteik, aber Protest auch in München: Demonstration für das Diakonat der Frau, beim bundesweiten Diakonentreffen in Schloss Fürstenried.
© Kiderle

Initiative für Kirchenstreik Machtstrukturen neu denken und ordnen

Die Initiative "Maria 2.0" fordert Frauen auf für Gleichberechtigung zu streiken. Das sollte niemand als billigen Protest abtun.

13.05.2019

In Münster demonstrierten mehr als 500 Frauen und Männer.
© kna

Protest von Katholikinnen Kirchenstreik der Frauen von "Maria 2.0"

Die Initiative von fünf Münsteranerinnen hat sich zu einer bundesweiten Protestwelle entwickelt: Die Bewegung "Maria 2.0" demonstriert an hunderten Orten gegen eine männerdominierte Kirche.

13.05.2019

Bei ihrer Vollversammlung in Lingen haben sich die deutschen Bischöfe auf eine Frauenquote in ihren Bistümern geeinigt.
© fotogestoeber - stock.adobe.com

Mentoring-Programm „Frauen steigen auf“ Erzbistum fördert Frauen ganz bewusst

Bei ihrer Vollversammlung in Lingen haben sich die deutschen Bischöfe auf eine Frauenquote in ihren Bistümern geeinigt. Um Frauen an solche Führungsaufgaben heranzuführen, gibt es das Förderprogramm...

15.03.2019

Die Teilnehmer einer Kundgebung in Lingen haben klare Erwartungen an die Bischöfe.
© SMB/Bierl

Bischofskonferenz in Lingen "Kirche muss sich bewegen"

Zum Auftakt ihres Treffens in Lingen müssen sich die katholischen Bischöfe auch mit Protesten und Kundgebungen auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung...

12.03.2019

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren