Neue Ausstellung Apocalypsis in München

29.01.2014

Die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst (DG) zeigt seit Mittwoch in ihrer Galerie eine neue Ausstellung. Sie trägt den Titel „Apocalypsis - Dürervariationen von Gerhard Trieb“. Der Salzburger Künstler zeigt eine Installation mit 16 Stelen. Darüber hinaus sind auch Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen zu sehen, die Gerhard Trieb in den vergangenen 30 Jahren schuf.

Eine der 16 Stelen von Apocalypsis: Wachs auf Leinwand und Fotokopie, Öl auf Leinwand, Eichenholz, Glas. (Bilder: Richard Beer)

München – 16 elegante Holzstelen sind in der DG in einem quadratischen Raster aufgestellt. Jede zeigt die bearbeitete Reproduktion eines Holzstiches aus dem Apokalypse-Zyklus von Albrecht Dürer. Auf den Rückseiten sind schwarze Ölgemälde zu sehen. Jedes der 16 Bilder umgibt ein gläserner Kubus. Der ist für Gerhard Trieb wichtig: „Man muss das Bild fokussieren, damit man sich nicht in der Scheibe spiegelt.“ Der Betrachter soll also das Auge scharf stellen und eine Grenze überwinden. Erst dann erkennt er die schwungvollen Wirbel oder Schraffierungen auf den schwarzen Ölgemälden, und die Konturen der Dürer-Grafiken, über denen eine unregelmäßige Wachsschicht liegt. Wachs wird gebraucht, um Licht zu erzeugen, es widerspricht den schwarzen Ölgemälden und überdeckt die bei Dürer gezeigten Schrecken. Eine Deutung, die sich aufdrängt.

Hoffnung statt Pessimismus

Der Kölner Jesuitenpater Friedhelm Mennekes warnt aber davor, zu viel von diesem Werk „verstehen“ zu wollen. Nicht umsonst habe der Künstler sich mit dem geheimnisvollsten Werk der Bibel, der Apokalypse auseinandergesetzt, das an Grenzen führt, das fürchterliche Ende der Zeiten auch mit der Erlösung der Zeiten verbindet. „Für mich jedenfalls ist kein Buch trostvoller als das“, sagt Mennekes, der diese Ausstellung in die DG gebracht hat. Deshalb lehnt er auch eine pessimistische Deutung der Installation und der darin enthaltenen Ölgemälde ab: „Schwarz ist der Fond für Hoffnung, für Kraft und für Überwindung“, sagt Mennekes.

Die Installation von Gerhard Trieb sei auch nicht „zum Gucken“ da, sondern „zur Begegnung geschaffen“. Tatsächlich zieht jede der Säulen den Betrachter wie ein Sog an und in ihre Bilder hinein, fordert zum Umschreiten, zum Nähertreten auf. Für den Jesuitenpater ist die Installation deshalb ein „großes Werk der Gegenwart“ und Gerhard Trieb „ein Künstler voller Überraschungskraft“, den er in der Linie von Kasimir Malewitsch sieht.

Geometrische Raster

Der russische Maler revolutionierte die Malerei mit seinem weltberühmten und bis heute irritierendem „schwarzen Quadrat“. Dieser Bezug wird auch in den zusätzlich zur Installation gezeigten Arbeiten des 1958 geborenen Gerhard Trieb deutlich, der sich immer wieder mit Kuben, geometrischen Rastern, den Farben, bzw. „Nichtfarben“ schwarz und weiß auseinandersetzt.

Die Ausstellung „Apocalypsis – Dürervariationen von Gerhard Trieb“ in der DG ist bis zum 22. März zu sehen. Sie ist montags bis freitags von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Am 21. Februar und 21. März lädt die Galerie zu Abendführungen um 18.30 und 20.00 Uhr ein. Zum Abschluss am 22. März gibt es Führungen von 14.00 bis 18.00 Uhr.

Die DG ist in der Münchner Türkenstr. 16, direkt gegenüber der Pinakothek der Moderne zu finden. (alb)

Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst
Gerhard Trieb
Friedhelm Mennekes


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