Katholikentag in Münster eröffnet Appelle für Frieden und gegen den Hass

09.05.2018

Der Katholikentag in Münster ist eröffnet. Zum Auftakt gab es eine Grußbotschaft von Papst Franziskus und deutliche Kritik an der Politik von Donald Trump.

Rund 18.000 Menschen nahmen an der Feier auf dem Domplatz in Münster teil. © imago/epd

Münster - Mit einer Grußbotschaft von Papst Franziskus ist am Mittwoch in Münster der 101. Deutsche Katholikentag eröffnet worden. An der Feier mit 18.000 Menschen auf dem Domplatz nahm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil. Danach feierten rund 30.000 Menschen einen Abend der Begegnung auf den Plätzen der Innenstadt. Der Katholikentag dauert bis Sonntag. Er steht unter dem Motto "Suche Frieden". Zu den rund 1.000 Veranstaltungen werden mehr als 50.000 Dauerbesucher und weitere gut 20.000 Tagesgäste erwartet. Am Freitag kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Münster.

"Botschafter des Friedens sein"

Es gebe derzeit kein wichtigeres Thema in der Debatte über Religion als das Problem von Fanatismus und Gewaltbereitschaft, hieß es im Grußwort des Papstes: "Meine große Sorge gilt den Menschen, besonders den Kindern und Jugendlichen, die wegen Krieg und Gewalt in ihrem eigenen Land zur Flucht gezwungen sind, um ihr Leben zu retten." Er rief alle Christen auf, "Botschafter des Friedens, der Verantwortung und der Barmherzigkeit vor allem für die junge Generation" zu sein.

Auch Steinmeier verwies auf die Aktualität des Themas. Gerade die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran mache einen langfristigen Frieden nicht wahrscheinlicher. Die Diplomatie habe eine "schweren Rückschlag" erlitten. Münsters Bischof Felix Genn kritisierte ebenfalls die US-Entscheidung zum Iran als "verheerendes Signal".

Kardinal Reinhard Marx und Grünen-Politikerin Claudia Roth bei der Eröffnung des Katholikentags

Kritik an Trump

Auch Steinmeier verwies auf die Aktualität des Themas. Gerade die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran mache einen langfristigen Frieden nicht wahrscheinlicher. Die Diplomatie habe eine "schweren Rückschlag" erlitten. Münsters Bischof Felix Genn kritisierte ebenfalls die US-Entscheidung zum Iran als "verheerendes Signal".

Bundespräsident Steinmeier rief alle Christen außerdem zu mehr ökumenischer Gemeinsamkeit auf. Dazu gehöre auch die Möglichkeit zum gemeinsamen Kommunionempfang für konfessionsverschiedene Paare, ergänzte der Protestant, der selbst mit einer Katholikin verheiratet ist.

Verantwortung der Religionen

Zudem wandte sich Steinmeier entschieden gegen Antisemitismus "in Wort und Tat", ob er nun deutsche Wurzeln habe oder ob er von außen mitgebracht werde. Alle Religionen hätten eine Verantwortung für den Frieden, gerade in einem Land, in dem Kreuz, Kippa und Kopftuch auf engsten Raum zusammenlebten.

In der aktuellen Debatte um das Kreuz warnte der Bundespräsident davor, Religion zu instrumentalisieren. Kirchen und Symbole wie das Kreuz seien im öffentlichen Raum zwar selbstverständlich, betonte er: "Aber wir wissen auch: Was sonntags in den Gottesdiensten fehlt, das kann das Kreuz im Behördeneingang nicht füllen."

Kampf gegen Hetze

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, nannte es eine drängende Aufgabe aller Christen, Frieden zu suchen - nicht nur für die Mehrheit, sondern für alle: für Menschen anderen Glaubens ebenso wie für Flüchtlinge, Arme, Kranke, Alte, Sterbende und Ungeborene.

In einem Friedensappell zum Katholikentag forderte das ZdK mehr Respekt vor Andersdenkenden und rief zum Kampf gegen Ausgrenzung und Hetze auf. Darüber hinaus forderte das ZdK den Bundestag auf, den Paragrafen 219a mit dem Werbeverbot für Abtreibungen unverändert beizubehalten. (KNA)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Friede

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