Chiemsee Arbeiten am Inseldom auf der Herreninsel beginnen

29.04.2019

In dem alten Dom war bis 1917 noch eine Brauerei untergebracht. Seitdem steht die ehemalige Stiftskirche leer. Nun soll es dort bald eine Ausstellung geben.

Rund 2,1 Millionen Euro investiert die Bayerische Schlösserverwaltung in die Sanierung.
Rund 2,1 Millionen Euro investiert die Bayerische Schlösserverwaltung in die Sanierung. © Rainer Nitzsche

Herrenchiemsee – Am Montag haben auf der Herreninsel im Chiemsee die Arbeiten am Inseldom des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts begonnen. Der Freistaat investiert für dieses "spannende Projekt" der Bayerischen Schlösserverwaltung rund 2,1 Millionen Euro in Sanierungs- und Erschließungsmaßnahmen, wie Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) mitteilte. Aus dem seit mehr als 100 Jahren öffentlich nicht zugänglichen Inseldom soll ein Museum werden. So seien unter anderem eine neue Treppenanlage, der Einbau von Stahlstegen und Plattformen sowie ein Aufzug geplant.

Der Inseldom ist fast 900 Jahre alt

In dem historischen Kirchengebäude sollen künftig zwischen Mai bis Oktober kleine Gruppen sich in Führungen über die Geschichte der Säkularisation informieren können. Ein Eröffnungstermin wurde noch nicht genannt. Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee ist eine der ältesten Klosteranlagen nördlich der Alpen. Das dazugehörige Gotteshaus, errichtet um 1130, diente ab 1216 als Kathedrale der Bischöfe des Bistums Chiemsee. Dabei handelte es sich um eine Ausgründung des Erzbistums Salzburg, deren bayerischer Teil 1817 im Erzbistum München und Freising aufging.

Der heutige Inseldom basiert auf älteren Fundamenten und ist eine Schöpfung des Graubündner Barockbaumeisters Lorenzo Sciasca aus den Jahren 1676 bis 1679. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts veräußerte das Königreich Bayern das Gotteshaus an einen Münchner Kaufmann. Der ließ Türme und Chöre abbrechen und richtete in dem entweihten Gebäude eine Brauerei ein, die bis 1917 existierte. Seither steht die ehemalige Stiftskirche leer.

Das Bistum ist bisher unbesetzt

1995 bis 1997 war das Bauwerk an Dach und Fassaden für rund zwei Millionen Euro instand gesetzt worden. Ein lokaler Freundesverein drängte jahrelang die Staatsregierung, sich des Gebäudes anzunehmen und eine "würdige Nutzung" zu ermöglichen.

Das Chiemsee-Bistum gibt es inzwischen wieder. 2009 errichtete der damalige Papst Benedikt XVI. die erloschene Diözese in der Region, in der er seine Jugend verbracht hatte, neu als Titularbistum. Titularbistümer werden gewöhnlich an Weihbischöfe verliehen, ohne dass damit Befugnisse verbunden sind. Meist handelt es sich um untergegangene Diözesen in Nordafrika. Das Bistum Chiemsee ist das einzige Titularbistum in Deutschland. Bisher wurde es noch nicht vergeben. (kna)

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