Aschermittwoch der Künstler Im Gedenken an die "Weiße Rose"

13.02.2018

Ein Kreuz aus der Gedenkstätte in der JVA Stadelheim wird zum „Aschermittwoch der Künstler“ in den Liebfrauendom gebracht.

Gedenkstätte in der JVA Stadelheim: Hier waren Hans und Sophie Scholl inhaftiert.
Gedenkstätte in der JVA Stadelheim: Hier waren Hans und Sophie Scholl inhaftiert. © imago

München – Im Gedenken an das Wirken der NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" steht in diesem Jahr der "Aschermittwoch der Künstler" in München. Kardinal Reinhard Marx feiert den Gottesdienst am 14. Februar um 16 Uhr im Münchner Liebfrauendom. Dazu wird das Kreuz aus der Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim in das Gotteshaus gebracht. Zur Zeit des Nationalsozialismus war es in der dortigen "Arme-Sünder-Zelle" angebracht, wo sich zum Tode Verurteilte vor der Hinrichtung aufhielten, auch mehrere Mitglieder der "Weißen Rose".

Der Münchner Autor Ludwig Steinherr liest im Gottesdienst sein neues Gedicht "Foto", das sich mit einer Abbildung des Kreuzes aus der "Arme-Sünder-Zelle" befasst, sowie sein Gedicht "Weißes Blatt". Für die musikalische Gestaltung sorgen die Capella Cathedralis, das Ensemble "Espresso Espressivo" und Domorganist Hans Leitner unter der Leitung von Anton Zapf. Zur Austeilung der Asche erklingt die Doppelfuge "In memoriam: Die Weiße Rose" von Hans Werner Henze.

Engagement aus christlichen Beweggründen

75 Jahre nach der Ermordung der Mitglieder der "Weißen Rose" steht der Gottesdienst unter dem Leitwort "Umkehr und Widerstand". So waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl zunächst fasziniert von der Hitlerjugend, bevor sie sich gegen den Nationalsozialismus wandten und sich für den aktiven Widerstand entschieden. Die Mitglieder der "Weißen Rose", die unterschiedlichen Konfessionen angehörten, engagierten sich auch aus christlichen Beweggründen. Für den Katholiken Willi Graf prüft das Erzbistum München und Freising derzeit, ob ein Seligsprechungsverfahren eröffnet werden kann.

Wissenswert

Der "Aschermittwoch der Künstler" wurde von dem katholischen Schriftsteller und Diplomaten Paul Claudel nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris begründet. Er wird mittlerweile in mehr als 100 Städten weltweit gefeiert.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit. Dabei handelte es sich um eine Zeit der Umkehr und Buße, in der sich die Gläubigen auf das Osterfest vorbereiten. Zu den Gottesdiensten an diesem Tag gehört der Ritus der Aschenauflegung: Die Geistlichen zeichnen den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn und sprechen dabei die Worte "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" oder aus dem Markus-Evangelium: "Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium". (KNA)


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