Asylbewerber-Camp in München geräumt

30.06.2013

Gescheiterter Vermittlungsversuch

Plakat der protestierenden Asylbewerber in München (Bild: Sankt Michaelsbund)

Nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch ist am Sonntagmorgen das Camp von Asylbewerbern in München von der Polizei geräumt worden. In einer Pressekonferenz am Mittag in München begründeten Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Räumung mit der „akuten Lebensgefahr“ für die hungernden Flüchtlinge.

44 Menschen, darunter drei Kinder, seien ins Krankenhaus gebracht worden, ein Mensch habe wiederbelebt werden müssen, mehrere hätten schon im Koma gelegen, so Ude. Der Sprecher der Gruppe, Ashkan Khorasani, habe zuvor Ärzten die Behandlung verwehrt und Tote in Kauf genommen. Ministerpräsident Horst Seehofer und OB Ude hatten die Räumung des Camps veranlasst, nachdem am Samstagabend auch ein Vermittlungsversuch des früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel und des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, gescheitert war. Khorasani habe „volles Asylrecht für alle“ gefordert und jede Verhandlung kategorisch abgelehnt, so Ude.

Bereits am Freitag hatte sich der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx in den Konflikt eingeschaltet. Er äußerte Verständnis für die Asylbewerber, rief aber dazu auf, die Form des Protestes zu überdenken. Mit einem Schaden an Leib und Leben sei niemandem geholfen. Der Kardinal appellierte an die Verantwortlichen in der Politik, die Lebensbedingungen von Asylbewerbern verstärkt in den Blick zu nehmen. (ks)


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