Flüchtlinge in Bayern Asylbewerber protestieren in der Münchner Innenstadt

03.09.2013

Der Protestzug der Asylbewerber aus Bayreuth und Würzburg hat die Münchner Innenstadt erreicht. Die Flüchtlinge fordern unter anderem eine Abschaffung der Residenzpflicht und ein Bleiberecht für alle. Ein Asylbewerber aus dem Iran sagte den Münchner Kirchennachrichten, er fühle sich wie ein "Vogel im Käfig".

Der Protestmarsch der Asylbewerber am Dienstag in der Leopoldstraße (Bilder: Sankt Michaelsbund)

Mehr als 50 Flüchtlinge und Unterstützer sind am Dienstag - begleitet von einem Großaufgebot der Polizei - über die Leopoldstraße zur Kunstakademie gezogen. Die Nacht von Montag auf Dienstag hatten die Flüchtlinge im katholischen Gemeindehaus Sankt Christoph in Feldmoching verbracht, bestätigte die Pfarrei auf Anfrage der Münchner Kirchennachrichten. Gemeindemitglieder hätten Essen und einen Schlafplatz zur Verfügung gestellt. Am Dienstagmorgen setzten die Asylbewerber von dort aus ihre Route in die Münchner Innenstadt fort. Dabei kam es bis zum Nachmittag – im Gegensatz zu den Vortagen – zu keinen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die den Protestmarsch mit vielen Beamten begleitet.

Die Asylbewerber fordern vor allem eine Abschaffung der Residenzpflicht in Bayern, nach der sie sich nur in einem begrenzten Umfeld bewegen dürfen, und ein dauerhaftes Bleiberecht. Ein Flüchtling aus dem Iran, der in Nürnberg untergebracht ist, bezeichnete die Bedingungen für Asylbewerber in Bayern als „unmenschlich“. Er lebe ohne Freiheit und Arbeitserlaubnis und habe ständig Angst vor der Abschiebung. „Ich fühle mich wie ein Vogel im Käfig“, sagte er den Münchner Kirchennachrichten. Die Flüchtlingsunterkünfte seien oft „sehr schmutzig“, keiner würde sich darum kümmern, der Politik sei die Situation egal.

Am Dienstagabend will der Protestmarsch von der Münchner Freiheit über Innenministerium, Staatskanzlei und Rindermarkt zum Marienplatz ziehen. Dort ist eine Mahnwache bis Mitternacht und eine weitere, von einem der Protestierenden als „Überraschung“ titulierte Aktion geplant. Die Einsatzkräfte und Verantwortlichen bei der Stadt wollen verhindern, dass es zu einem erneuten Hungerstreik wie am Rindermarkt vor einigen Wochen kommt. (ksc/es)


Das könnte Sie auch interessieren

Demonstrationen von Asylbewerbern Caritas: Proteste nicht abwürgen

Der Protestzug von Asylbewerbern durch Bayern ist Dienstagnacht in München friedlich zu Ende gegangen. Das Einschreiten der Polizei bei den Demonstrationen im Freistaat sei insgesamt aber zu hart...

04.09.2013

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren