Diözesaner Ärztetag Auch ein Leben mit Demenz kann sehr wertvoll sein

20.09.2013

„Zeit haben, Betroffene ernst nehmen“ - das ist beim Thema Demenz besonders wichtig, sagt Demenz-Expertin Maria Kotulek. Beim vierten Diözesanen Ärztetag im Erzbistum München und Freising wird am Samstag über das Thema diskutiert.

(Bild: GordonGrand - Fotolia.com)

München - „Wenn die Lebensbibliothek durcheinander gerät“ - so lautet das Motto des vierten Diözesanen Ärztetags im Erzbistum München und Freising. Dabei geht es um den richtigen Umgang mit dem Demenz-Syndrom. Mediziner und Seelsorger referieren und diskutieren dazu am Samstag ab 13 Uhr im Zentrum Sankt Michael in München.

Demenz betreffe im Zuge der alternden Gesellschaft immer mehr Menschen, „neben den Erkrankten auch in besonderer Weise die Angehörigen“, so die Organisatoren aus dem Erzbischöflichen Ordinariat. Demenzkranke bräuchten vor allem Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass man sie ernst nimmt, sagte Maria Kotulek, Fachreferentin für Demenz im Erzbischöflichen Ordinariat, den Münchner Kirchennachrichten. „Bei Menschen mit Demenz sind vielleicht manche Probleme nicht real, aber für die Betroffenen sind sie real.“

Bei der Begleitung von Angehörigen von Demenzkranken sei „das Zuhören“ auch besonders wichtig. „Es ist für sie eigentlich eine endlose Trauerphase, weil sie Stück für Stück einen nahen Menschen verlieren“, erklärte Kotulek. Zudem müsse sich die Wertschätzung von Demenzkranken durch die Gesellschaft verbessern. „Uns muss klarer werden, dass auch ein Leben mit weniger Intellekt und kognitiven Fähigkeiten sehr wertvoll sein kann“, so die Pastoralreferentin.

Auf dem Symposium referieren aus medizinischer Sicht Hans Förstl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum rechts der Isar, über „20 Minuten Medizin gegen Demenz“. Außerdem Michael Wenz, Psychologe und Vorstand der Alzheimer Gesellschaft München, über „Ressourcenorientierte Behandlung für Menschen mit Demenz im Frühstadium und ihre Angehörigen“. (ksc) 


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