Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung Ausblick ins Innere

29.07.2018

Das Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung fragt heuer nach Bergkirchen und -kapellen im Erzbistum. Das in Folge 4 gesuchte Gotteshaus gilt als das älteste noch erhaltene der Erzdiözese und krönt einen Ort der Bildung. Rätseln Sie mit und gewinnen Sie eine Flugreise nach Lourdes.

Ein von Bildhauerin Eva Moshack gestaltetes Weihwasserbecken empfängt die Gläubigen in der gesuchten Basilika.
Ein von Bildhauerin Eva Moshack gestaltetes Weihwasserbecken empfängt die Gläubigen in der gesuchten Basilika. © SMB/Basso-Ricci

Tiefe Schnitte ziehen sich durch die Skulptur aus rostigem Metall, die eine menschliche Silhouette andeutet. „Verletzung“ steht auf einem weißen Schild daneben. Während die Sonne durch das lichte Laub des Waldes bricht, fallen mir einige Situationen ein, in denen ich verletzt wurde – oder andere verletzt habe. Sinnierend steige ich weiter nach oben durch den Wald und begegne vielen weiteren Stationen dieses 2007 angelegten Meditationsweges: „Heilung“, „Übergänge“, „Neubeginn“.

Bald bin ich am „Gipfel“ des kleinen Berges bei Erdweg angekommen. Kein atemberaubender Ausblick auf Gebirgsketten erwartet mich dort, dank der dicht stehenden Bäume nicht einmal die Sicht auf das sanft hügelige Dachauer Land. Dazu hätte ich einen der anderen Wege zu der Basilika wählen müssen, die dort thront. Doch wann immer ich zu ihr komme, werde ich mit einem tiefen Blick ins Innerste belohnt – ins Innerste der eigenen Seele und des Glaubens.

Urchristliches Symbol

Als ich die hölzerne Tür der Kirche vorsichtig öffne, fällt Licht auf die Rosenblüten, die im Weihwasserbecken schwimmen. Das türkisgrün patinierte Kupferbecken ist mit Fischen verziert, dem uralten christlichen Symbol. Ich tauche meine Finger ins Wasser und merke einmal mehr, dass ich an wenigen Orten im Erzbistum die Verbindung zu den Wurzeln unseres Glaubens so stark spüre wie hier.

Schließlich gilt die Kirche als die älteste noch erhaltene der Erzdiözese. Benediktinermönche, die später nach Scheyern übersiedelten, erbauten sie auf dem schon in keltischer Zeit besiedelten Hügel. Heute trägt er den Namen des Heiligen, dem die Kirche geweiht wurde – und das gleich zweimal: 1107 durch den Freisinger Bischof Heinrich von Eberstein-Tengling, 1110 nochmals vom Salzburger Erzbischof Konrad I. von Abensberg. Denn dieser zweifelte die Gültigkeit der ersten Weihe an, nachdem der Freisinger Bischof durch seine kaiserfreundliche Haltung im Investiturstreit unter Bann stand.

MK-Redakteurin Karin Basso-Ricci besuchte die älteste noch erhaltene Kirche des Erzbistums.
MK-Redakteurin Karin Basso-Ricci besuchte die älteste noch erhaltene Kirche des Erzbistums. © Mayer

Ort der Bildung

Ich bin alleine und setze mich in eine der Bänke. Nur ihre barocken Schnitzereien erinnern daran, dass die Kirche nach ihrer Umgestaltung im 17./18. Jahrhundert erst Anfang des 20. Jahrhunderts reromanisiert wurde. Wie oft saß ich schon in dem familiären Kirchenraum mit seinen drei Schiffen, den markanten Säulen, der Holzdecke. Zum ersten Mal war ich als Jugendliche hier zu einem Besinnungs-Wochenende für die Gruppenleiter unserer Pfarrei.

Denn seit 1953 gibt es bei der Kirche auch ein Bildungshaus der Katholischen Landvolkshochschule (KLVHS). An ihrer Gründung war Weihbischof Johannes Neuhäusler maßgeblich beteiligt. Aus Dankbarkeit für seine Befreiung aus dem KZ Dachau hatte er gelobt, den nahe seinem Geburtsort gelegenen Berg als geistliches Zentrum wiederzubeleben – zunächst mit Gottesdiensten und Wallfahrten, dann auch mit der KLVHS. Heute widmen sich die Angebote der KLVHS, die 1965 um ein zweites Haus erweitert wurde, vor allem der Persönlichkeits- und Familienbildung sowie Umweltthemen.

Die Basilika wird auch gerne von den Gästen der Katholischen Landvolkshochschule besucht.
Die Basilika wird auch gerne von den Gästen der Katholischen Landvolkshochschule besucht. © SMB/Basso-Ricci

Verwandelt wiederkehren

Für mich war es damals eine neue Erfahrung, sich unter der kreativen Anleitung unseres Jugendseelsorgers mit anderen über existentielle Fragen auszutauschen. Natürlich hatten wir auch Spaß miteinander, haben stundenlang alberne Gruppenspiele gespielt und abends im Stüberl miteinander gelacht. Doch wenn ich damals nicht auf so besondere Weise erlebt hätte, wie viel der Glaube mit meinem Alltag zu tun hat, und wie sehr eine Gemeinschaft tragen kann – wer weiß, ob es diesen Artikel jetzt gäbe.

Noch oft waren wir mit der Pfarrjugend hier, haben zum Abschluss erfüllter Tage im Altarraum Gottesdienst gefeiert. Auch an eine Hochzeit erinnere ich mich gerne. Das Brautpaar war in der Apsis postiert, mit Blick zur Gemeinde. Es war schön, die Emotionen der beiden mitverfolgen zu können. Hinter ihnen die beeindruckenden, teils aus der Erbauungszeit der Kirche stammenden Fresken der Basilika: die Gottesmutter mit dem Christuskind, das Martyrium des Kirchenpatrons. Über allem triumphierend Christus als Weltenherrscher.

Wie viel Belastendes und Beglückendes, wie viel Verletzung und Heilung haben Menschen an diesem Ort zu ihm gebracht, nachdem sie in dem Bildungshaus oder bei einer Wallfahrt Intensives erlebt haben. Sicher sind sie verwandelt nach Hause zurückgekehrt.

Also: Wie heißt die gesuchte Bergkirche?

Die Sommerzeit ist auch in diesem Jahr Rätselzeit in der Münchner Kirchenzeitung (MK). Heuer geht es hoch hinauf – zu Bergkirchen und -kapellen im Erzbistum. Wir stellen Ihnen in insgesamt sechs Rätsel-Folgen Gotteshäuser in luftiger Gipfelhöhe ebenso vor wie schmucke Sakralbauten auf flacheren Hügeln. Wer miträtselt, kann wie immer schöne Preise gewinnen. Pro Folge verlosen wir ein Dual-DAB+-Radiogerät, je einen Büchergutschein im Wert von 50 Euro und von 25 Euro, eine Filztasche, zwei Regenschirme und vier Tassen. Am Ende zieht Weihbischof Bernhard Haßlberger aus allen richtigen Einsendungen den Hauptgewinner. Für den Glücklichen und eine Begleitperson geht es dann ganz hoch hinaus: Unser bewährter Rätsel-Partner, das Bayerische Pilgerbüro, spendiert eine viertägige Flugreise nach Lourdes für zwei Personen.

Bitte schicken Sie die richtige Lösung an folgende Adresse:
Münchner Kirchenzeitung
Sommerrätsel
80326 München
Oder per E-Mail: redaktion@muenchner-kirchenzeitung.de
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Einsendeschluss für die vierte Folge ist
Donnerstag, 9. August (Poststempel).

Die Autorin
Karin Basso-Ricci
Münchner Kirchenzeitung
k.basso-ricci@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Thema Sommerrätsel

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