Schießerei in München Ausnahmezustand

22.07.2016

Dramatische Stunden am Freitagabend in München. Die Worte „Amoklauf“ und „Terroranschlag“ machen die Runde nach Schüssen im Olympia-Einkaufszentrum. Ein Kommentar von Florian Ertl, stellvertretender Chefredakteur der Münchner Kirchenzeitung.

Polizeikräfte am Freitagabend vor der Michaelskirche. (Bild: Walser)

Dramatische Stunden am Freitagabend in München. Die Worte „Amoklauf“ und „Terroranschlag“ machen die Runde nach Schüssen im Olympia-Einkaufszentrum. Von Toten und Verletzten ist die Rede. Beklemmende Bilder auf den TV-Bildschirmen: Hunderte Polizeifahrzeuge sind mit Sirenengeheul im Einsatz, Polizeihubschrauber kreisen über der bayerischen Landeshauptstadt, der öffentliche Nahverkehr wird eingestellt, der Hauptbahnhof ist geräumt, der Ministerpräsident bittet zur Krisensitzung in der Staatskanzlei. Wie reagiert man adäquat in einer völlig unübersichtlichen Lage, in der die Krisenmeldungen sich überschlagen?

Erst einmal Dank an alle Einsatzkräfte, die sich, nicht nur an diesem Abend, für das Wohl der Bürger einsetzen. Und zugleich die Bitte an alle Bürger: Nichts riskieren! Wir sind in Gedanken und im Gebet bei den Opfern und deren Angehörigen.

Und, auch wenn es schwerfällt: Wir als Christen sollten bei allen düsteren Meldungen stets die Worte Jesu als Richtschnur und Orientierungspunkt vor Augen haben: „Fürchtet Euch nicht!“ So sprachen die Engel auf den Fluren Bethlehems, so sagte Jesus zu seinen Jüngern – beim Stillen des Seesturms und als von den Toten Auferstandener. Und was gebot der Engel am Grab den Frauen? „Fürchtet Euch nicht!“ Sicher - wir werden dadurch nicht von den Stürmen des Lebens verschont, aber wir dürfen aus diesen Worten Gottvertrauen, Hoffnung und Zuversicht schöpfen. Das ist eine tiefe Glaubenswahrheit, keine billige Vertröstung. (Florian Ertl)


Anschlag in München (Bayerischer Rundfunk)


Das könnte Sie auch interessieren

© Kiderle

Geht in eine Kirche, zündet Kerzen an! Notfallseelsorge beim Amoklauf in München

Diakon Saur leitet die Notfallseelsorge im Münchner Erzbistum und ist seit zwei Tagen im Dauereinsatz. Er berichtet, wie gut dieses Angebot der Kirche angenommen wird und welches ganz spezielle...

24.07.2016

© Imago

Gedenken für Opfer und Angehörige Kardinal Marx: Schreckliche Tat erfüllt mich mit Trauer

Nach dem Anschlag am gestrigen Abend ruft Kardinal Reinhard Marx die Menschen zum Gebet für alle von Gewalt und Terror Betroffenen auf. Zehn Notfallseelsorger sind weiterhin im Einsatz.

23.07.2016

© imago

Anschlag in München Schockzustand und Gedenken an die Opfer

Einen halben Tag nach dem Anschlag in München, bei dem nach Polizeiangaben zehn Menschen ums Leben gekommen sind, herrscht in München weiterhin große Verunsicherung. Die Gedanken vieler Menschen sind...

23.07.2016

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren