Jugendthemen auf der Bischofskonferenz Austausch mit Armband

20.02.2018

Wie kann Kirche wieder mehr Jugendliche für den Glauben begeistern? Die derzeit in Ingolstadt tagende Deutsche Bischofskonferenz setzt große Hoffnungen in die Ministrantenwallfahrt nach Rom und die darauffolgende Weltjugendsynode.

Freuen sich auf die Ministrantenwallfahrt (von links): Klára Csiszár, Bischof Stefan Oster, die Ministranten Jonas Ferstl und Johanna Funk und Alexander Bothe
Freuen sich auf die Ministrantenwallfahrt (von links): Klára Csiszár, Bischof Stefan Oster, die Ministranten Jonas Ferstl und Johanna Funk und Alexander Bothe © SMB/Schlaug

Ingolstadt – 50.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland sind dabei. Das sind so viele Menschen wie Stefan Osters Bischofsstadt Passau Einwohner hat. Die internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom ist ein Magnet. Als Jugendbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz wird er die Pilgerreise natürlich begleiten: „Jugendlichen ist es manchmal peinlich, sich als Ministranten zu bekennen. Bei der Ministrantenwallfahrt können sie einmal erleben, dass sie doch viele sind“, sagte Bischof Oster bei der Vorstellung der Wallfahrt.

Vom 30. Juli bis zum 3. August werden alle Gruppen miteinander in Rom sein. Die einzelnen Diözesen organisieren den Transport und verschiedene Programme. Unter anderem wird es auch eine Wallfahrts-App geben, die ein Spiel zur Reise enthält, erklärt Alexander Bothe von der Jugendstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Die größte Gruppe werde mit 8.500 Jugendlichen aus der Erzdiözese Freiburg kommen, aus dem Erzbistum München und Freising erwartet er mindestens 5.000 Teilnehmer.

Pins und Schlauchtücher

Die deutschen Ministranten sind zahlenmäßig die größte Gruppe, doch es kommen noch 20.000 weitere aus der ganzen Welt dazu. Damit sie sich auch kennenlernen, treffen drei zufällig ausgewählte Pilgergruppen während der gemeinsamen Tage zusammen, beten, spielen und ratschen gemeinsam.

Und zu tauschen haben sie auch etwas. Alexander Bothe und die Wallfahrtsleitung haben sich als Pilgerabzeichen ein Armband mit fünf Pins oder Knöpfen ausgedacht. Die ersten drei sind immer gleich, zeigen das Logo des Papstes, des internationalen Ministrantenbundes und der Wallfahrt. „Und dann wird´s richtig heiß“, erklärt Bothe, “denn die beiden nächsten Pins sind komplett unterschiedlich“. Sie zeigen verschiedene Nationalflaggen und das jeweilige Diözesan- oder Länderlogo der Wallfahrt.

Das Pilgerarmband mit den fünf Pins für die Romwallfahrt

Die können als Freundschaftszeichen getauscht werden: Man kommt beispielsweise mit Münchner Diözesanlogo-Pin nach Rom und einem aus der Karibik zurück. Auf den ersten Blick erkennen sich die Wallfahrer durch sogenannte Schlauchtücher. Das sind Multifunktionsschals, die alle Mini-Pilger tragen werden.

Jugendsynode im Herbst

Neben dem Ministrantentreffen steht dann im Herbst ein ganz anderer Austausch auf dem Plan: Die Jugendsynode in Rom, die ebenfalls auf der Tagesordnung der Deutschen Bischofskonferenz stand. Für dieses Zusammentreffen hat sie neben Stefan Oster, den Münsteraner Bischof Felix Genn und den Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe als Delegierte gewählt.

Oster unterstrich, dass erstmals für eine solche Synode auch Jugendliche befragt wurden. Online haben sich über 100.000 Menschen daran beteiligt, Fragen nach ihren Lebenszielen und Veränderungen in der Kirche beantwortet. 300 junge Männer und Frauen werden dann in einer sogenannten Vorsynode das Treffen der Bischöfe vorbereiten. Darunter ist der Regensburger Thomas Andonie, der Bundesvorsitzende des katholischen Jugendverbandes BDKJ.

Bayerische Jugendvertreter

Rom hat zudem einen Priesterseminaristen aus München berufen, ergänzte die Pressestelle der Bischofskonferenz. Ob die Jugendvertreter im Oktober auch neben den Bischöfen sitzen werden, ist aber noch unklar. Thomas Andonie würde es sich dringend wünschen: „Die Vorsynode ist ein wahnsinniger starker erster Schritt, aber es kann nicht die einzige Partizipation und Möglichkeit zur Beteiligung junger Menschen sein.“ Um die gehe es schließlich bei der Weltbischofssynode unter dem Motto „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung“.

Wahrscheinlich wird es sich erst nach Ostern entscheiden, ob die Bischöfe aus aller Welt bei ihrer Synode den Jugendvertretern direkt begegnen. Immerhin: der deutschen Bischofskonferenz und Stefan Oster ist klar, dass die katholische Kirche etwas tun muss, um den Anschluss an die kommenden Generationen nicht zu verlieren.

Weites Berufungsverständnis

Der Jugendbischof aus Passau hofft darauf, dass die Jugendsynode eine Antwort darauf findet, wie junge Menschen wieder zur Kirche und zum Glauben finden. Dabei versteht er Berufungspastoral sehr weit: „Ich meine da nicht automatisch Priester oder Ordensberuf, sondern wie findet ein junger Mensch in eine eigene Entschiedenheit, dass er sagt, ich bin auch als Journalist, als Bankangestellte oder als Metzgermeister gläubig und steh' da meinen Mann oder meine Frau.“

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Jugend-Synode

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