Sommercampus in St. Wolfgang Austausch mit jungen Erwachsenen aus Belarus

17.08.2017

Junge Erwachsene aus Belarus kamen in den vergangenen Wochen zu einem Sommercampus in die Pfarrei Sankt Wolfgang nach München. Wie sich die Teilnehmer dabei mit dem Schwerpunkt Zivilcourage auseinandersetzten, lesen Sie hier.

Teilnehmer des Sommercampus aus Belarus beim Videodreh zum Thema Zivilcourage
Teilnehmer des Sommercampus aus Belarus beim Videodreh zum Thema Zivilcourage © Salesianer Don Boscos

München – Junge Erwachsene in Belarus und Deutschland leben in unterschiedlichen politischen Systemen, sprechen verschiedene Sprachen und schreiben unterschiedliche Buchstaben. Sie wachsen weit voneinander entfernt auf, in eine andere Kultur hinein, mit je eigenen Lebensgeschichten und Lebenszielen. Einige dieser jungen Erwachsenen trafen heuer im August zum ersten Mal in Sankt Wolfgang, einer Pfarrei des Pfarrverbandes Haidhausen, zusammen, um sich inhaltlich über das auszutauschen, was sie verbindet: Christliche Wertvorstellungen und die Frage nach ihrer Realisierung im gesellschaftlichen Miteinander. Dieser erste Sommercampus stand unter dem Motto „Zivilcourage. Hintergründe und Bedeutung eines ethischen Konzepts in postmoderner Gesellschaft“.

Vielfältiges Programm

Ausgehend von den Vorbildern aus der eigenen Biographie diskutierten die Teilnehmer des Campus ihre Wertvorstellungen, reflektierten sie in Bezug auf das sozialpsychologische Modell der Maslowschen Bedürfnispyramide und verorteten Themen wie die Meinungsfreiheit an der Weiße-Rose-Gedenkstätte der Ludwig-Maximilians-Universität, die Nachhaltigkeit in der i-Ausstellung der BMW-Welt und die Solidarität mit Flüchtlingen im Salesianum in Haidhausen. Eine kunsthistorische Vertiefung des Themas bot die Erläuterung des Deckengemäldes im alten Festsaal des Klosters Benediktbeuern durch Pater Alfons Friedrich, der zusammen mit Pater Viktor Heidukevich aus Belarus und der Lehrerin Martina Reiner das Projekt Sommercampus ins Leben gerufen hatte.

Dass Zivilcourage dem Dreischritt Sehen – Urteilen – Handeln folgt, sollte auch im Verlauf der zweiwöchigen Veranstaltung sichtbar werden. So mündete das Projekt in einer von den Teilnehmern eigenverantwortlich gestalteten medialen Aufbereitung der Ergebnisse. Mit fachkundiger Unterstützung durch Mitarbeiter des Sankt Michaelsbundes und der Don Bosco Medien GmbH entstanden drei Kurzvideos, die das Thema Zivilcourage auf ganz unterschiedliche Art und Weise vermitteln.

Abschlussgala

Abschließend fand im Pfarrsaal von Sankt Wolfgang eine Präsentationsgala statt: Die Ergebnisse der Woche wurden einem interessierten Publikum vorgestellt. Es wurde gesungen, miteinander gegessen und gefeiert. Dank gebührte dabei auch der Dominik-Brunner-Stiftung für Zivilcourage, die einer Projektgruppe ein Interview ermöglichte, sowie der Kirchenverwaltung von Sankt Johann Baptist, dem Vinzenzverein, dem Rotary Club München Ost und dem Katholischen Fonds, die den Campus durch ihre finanzielle Unterstützung erst möglich gemacht haben.

Der Sommercampus 2017 erwies sich für alle Beteiligten als bereichernde Erfahrung, die nicht einmalig bleiben soll. Es ist geplant, die Idee des gemeinsamen Erschließens gesellschaftlich relevanter Fragen unter einem neuen Rahmenthema im Sommer 2018 weiterzuführen. (Martina Reiner)

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