Reise durch Ecuador Auszeichnung für Kardinal Reinhard Marx

07.09.2017

Eine Überraschung hielt die ecuadorianische Stadt Cuenca für den Erzbischof von München und Freising parat. Auf seiner Reise durch Ecuador wurde ihm dort gestern eine besondere Ehre zu teil.

Kardinal Reinhard Marx zum Ehrenprofessor in Ecuador ernannt.(Archivbild)
Kardinal Reinhard Marx zum Ehrenprofessor in Ecuador ernannt.(Archivbild) © KNA

München/Cuenca – Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising, ist bei einer Ecuador-Reise zum Ehrenprofessor ernannt worden. Die Auszeichnung erfolgte laut Mitteilung der Diözese überraschend in Cuenca bei einer akademischen Stunde an der Universität der Provinz Azuay. Das Erzbistum München und Freising unterhält seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit dem lateinamerikanischen Land.

Hochschulrektor Francisco Salgado habe die Verdienste des Kardinals als Sozialethiker und Experte der Katholischen Soziallehre gewürdigt, hieß es. Dabei habe Salgado auch an das Buch "Das Kapital" von Kardinal Reinhard Marx erinnert. In diesem hat er die Auswüchse der Finanzmärkte analysiert und für einen weltweiten Ordnungsrahmen plädiert. Die Ernennung erfolgte am Mittwoch (Ortszeit).

Cuenca ist mit rund 277 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Ecuadors und Hauptstadt der Provinz Azuay. Sie liegt südlich von Quito in einem Hochlandbecken.

Kardinal Reinhard Marx mit Minenarbeitern und dem Ortspfarrer.
Kardinal Reinhard Marx mit Minenarbeitern und dem Ortspfarrer. © EOM

Am Vortag hatte Marx in einem entlegenen Urwaldgebiet im Süden Ecuadors eine Goldmine besucht. Dabei informierte er sich über die prekäre Situation der Arbeiter sowie über die Verschmutzung der Umwelt durch den Abbau. Mit hochgiftigem Quecksilber schürften sie im Berg unter ihren Häusern täglich etwa ein Gramm Gold und verkauften das Edelmetall selbst für rund 10 Dollar (8,30 Euro) an Händler weiter.

Dem Kardinal hätten die Goldwäscher geschildert, dass eine multinationale Firma nun die Konzession für den Abbau bekommen habe; die Dorfbewohner handelten damit aus Sicht der Behörden illegal und müssten nun damit rechnen, von der Armee verjagt zu werden. Marx kritisierte in diesem Zusammenhang technokratisches Machbarkeitsdenken und kurzfristiges Gewinnstreben. Dies sei nicht nur moralisch, sondern auch aus sozialen und ökologischen Gründen nicht akzeptabel. Der Kardinal kehrt mit seiner Delegation am Freitag nach München zurück. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Thema Kardinal Reinhard Marx in Ecuador

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