Preis für Baumschutz in Maria Eich Auszeichnung für Klosterwald-Allianz

19.07.2016

Die Eichen rund um das Kloster Maria Eich in Planegg sind alt und für ihre Umgebung sehr wertvoll. Kloster, Waldbesitzer und Behörden wollen sie und die darin und damit lebenden Tiere und Pflanzen bewahren. Dafür erhalten sie den Bayerischen Biodiversitätspreis.

Eichen um das Kloster Maria Eich - bedeutsamer Lebensraum für seltene Arten - Allianz zum Schutz mit dem Biodiversitätspreis ausgezeichnet © Sankt Michaelsbund/sschmid

Planegg – Urwaldkäfer in den alten Eichen rund um das Kloster, damit machte das Kloster Maria Eich schon zu Beginn des Jahres Schlagzeilen (die Münchner Kirchennachrichten berichteten). Kloster, Waldbesitzer und Behörden engagieren sich nun zusammen für das Überleben des Käfers und anderer Arten. Für ihr Engagement bekam die „Allianz zum Schutz des Klosterwaldes“ jetzt einen Preis.

Entdeckungen im Wald rund um das Kloster

Bei umfangreichen Untersuchungen, die im Jahr 2015 gemacht worden waren, wurde, finanziert durch den Landkreis München, rund 240 Holzkäferarten nachgewiesen, davon etwa 90 gefährdete. Besonders hervorzuheben sind acht Urwaldrelikt-Arten, die auf urwaldtypische Strukturen angewiesen und deshalb extrem selten sind, darunter der Eremitenkäfer (Osmoderma eremita) und der Kardinalrote Schnellkäfer (Ampedus cardinalis). Zudem fanden die Forscher das wohl einzige aktuelle Vorkommen des Palpenkäfers (Trimium amonae), der bisher nur historisch bekannt war. Auch neun Fledermausarten, darunter sieben gefährdete, konnten nachgewiesen werden.

Allianz zum Erhalt der seltenen Arten

Daraufhin haben sich die Bayerischen Staatsforsten - Forstbetrieb München, die Gemeinde Planegg und der Landkreis München auf staatlicher, sowie das Erzbistum München und Freising und das Augustiner-Kloster Maria Eich auf kirchlicher Seite, zu einer besondere Allianz zusammengefunden. Ziel dieser Allianz ist es, den kulturhistorisch bedeutsamen Waldrest um die Wallfahrtsstätte mit seiner jahrhundertealten Biotoptradition und mit seinem außergewöhnlichen Artenreichtum "über die Zeit" zu bewahren.

Auszeichnung mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis

Jetzt wurde der Einsatz der an dem Projekt Beteiligten gewürdigt. Bayerns Umweltministerin und Vorsitzende des Bayerischen Naturschutzfonds Ulrike Scharf verlieh der „Allianz zum Schutz des Klosterwaldes“ vergangenen Freitag den Bayerischen Biodiversitätspreis. Alle zwei Jahre wird die Auszeichnung verliehen. Heuer lautet das Motto „Lebensraum Baum“. Das passte natürlich sehr gut.  „Und das passt wie die Faust aufs Auge“, sagt Michael Wagner von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt München.

Der Wald rund um Maria Eich mit 56 wirklich alten Bäumen sei eine echte Rarität, wie man ihn nur noch sehr selten fände, so Wagner. Die Erhaltung der Artenvielfalt sei ein großer Auftrag und natürlich müsse man jetzt alles tun, um die alten Bäume, die noch leben, zu sichern, damit die Heimat für Käfer, Vögel und Fledermäuse erhalten bleibe, meint der Naturschutzexperte.

Die Allianz bemüht sich genau darum. „Wir stehen erst am Anfang des Projekts“, sagt Wagner. Erst im Sommer sollen die belaubten Eichen genau angeschaut werden, um zu entscheiden, welche Bäume im Herbst freigestellt würden. „So schonend wie möglich“, sagt Wagner. In dem Preis sähe er und die Initiative einen Ansporn das Projekt dauerhaft zu verfolgen. „Ich sehe den Preis als Ansporn, das Projekt richtig anzugehen und dauerhaft zu verfolgen.“

Der Bayerische Biodiversitätspreis wird alle zwei Jahre vom Bayerischen Naturschutzfonds verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. In diesem Jahr haben sich 31 Personen und Institutionen unter dem Motto "Lebensraum Baum" um den Preis beworben. Insgesamt wurden am Freitag sechs Initiativen ausgezeichnet. Für alle zusammen gab es 15 000 Euro und eine Anerkennung ihrer Arbeit. (sts/pm)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Klöster und Orden

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