Ökumenisches Projekt "Lavendel" Bahnhofsmission bietet Frauen in Not Übernachtungsmöglichkeit

06.05.2020

Frauen in aktuten Notlagen sind oft überfordert. Damit sie die nötigen selbstständigen Schritte gehen können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dafür sorgt ein Projekt der Münchner Bahnhofsmission.

Frau versteckt ihr Gesicht in ein Kissen.
Frauen in aktuten Notlagen hilft das Projekt "Lavendel" der Münchner Bahnhofsmission. © Mariakray - stock.adobe.com

München – Frauen in akuten Notlagen kann die Bahnhofsmission München ab sofort eine Übernachtungsmöglichkeit bieten. Das Projekt "Lavendel" schließe eine Lücke im sozialen Netz, um die Betroffenen mit dem Notwendigsten zu versorgen und pädagogisch beraten zu können, teilte die ökumenisch getragene Einrichtung am Montag in München mit. So steht seit Anfang April in einer fußläufig zum Hauptbahnhof gelegenen Pension ein Vierbettzimmer zur Verfügung. Ein zusätzliches Kontingent von 20 pädagogischen Stunden ermögliche zudem eine intensivere Betreuung in der Stabilisierungs- und Klärungsphase sowie die Zusammenarbeit mit kooperierenden Einrichtungen.

Bettina Spahn und Barbara Thoma, die Leiterinnen der Katholischen beziehungsweise der Evangelischen Bahnhofsmission, sind eigenen Worten zufolge froh, dass für dieses Angebot die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt worden seien. So habe die Erzdiözese München und Freising für zwei Jahre die Finanzierung übernommen. Die Stiftung München habe die Innenausstattung bezahlt, weiteres Geld sei von Spendern gekommen.

Schlafplatz, Essen und Kleidung

Die Bahnhofsmission München ist nach eigenen Angaben die niedrigschwelligste soziale Einrichtung in München. Sie ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet. Der Schutzraum steht Reisenden sowie allen Frauen - und bei Bedarf auch ihren Kindern - in sozialen Schwierigkeiten oder Krisen zur Verfügung. Für Frauen in Not sei die Bahnhofsmission nachts oft der einzige Ort, an dem sie aufgenommen werden könnten, heißt es. 2019 habe es 1.212 Übernachtungen in der Bahnhofsmission gegeben, davon 123 Kinder.

Spahn sagte, Frauen in Notlagen und Umbruchsituationen sowie Frauen, die seelisch oder körperlich sehr krank und instabil seien, könnten nicht mehr die nötigen selbstständigen Schritte gehen, um ihre Situation zu verbessern. Die Betroffenen bräuchten eine sichere Übernachtungsmöglichkeit, einen Tagesaufenthalt sowie die Sorge um ihre Grundbedürfnisse wie Hygiene, Essen und Kleidung. Sie zeigte sich überzeugt, erst wenn das gewährleistet werde, sei pädagogische Arbeit sinnvoll und möglich, die langfristig helfen könne.


Das könnte Sie auch interessieren

© imago images /Carmele/tmc-fotografie.de

FSJ bei der Bahnhofsmission

Freiwilliges Soziales Jahr – das geht auch bei den Kirchen. Wir stellen die Stelle bei der Münchner Bahnhofsmission vor.

15.06.2020

Fabian Klever Juca Vivar bei seiner Arbeit in der Bahnhofsmission München
© Bahnhofsmission München

"Ich will den Menschen dienen"

Als Fabian Klever Juca Vivar aus Ecuador zum Freiwilligendienst nach Deutschland kam, konnte noch niemand wissen, wie dramatisch sich die Lage wegen Corona ändern würde. Trotzdem will er seinen Dienst...

10.04.2020

© Kiderle

Caritas München startet Foodtruck für Bedürftige

Die Corona-Krise trifft Bedürftige besonders schwer. Viele bestehende Angebote müssen wegen den Prävantionsmaßnahmen eingeschränkt werden.

30.03.2020

© SMB/ Schöne

Bahnhofsmissionen schränken Angebot massiv ein

Nur in München ist die Anlaufstelle noch rund um die Uhr geöffnet.

20.03.2020

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren