Flüchtlingskrise Bayerische Bischöfe fordern sachlichere Debatte

10.03.2016

Die katholischen Bischöfe in Bayern haben sich besorgt über die zunehmende Aggressivität in der Flüchtlingsdebatte gezeigt. Zum Abschluss ihrer Frühjahrsvollversammlung in Passau beklagten sie am Donnerstag "mangelnden gegenseitigen Respekt in der politischen Diskussion". Kardinal Marx äußerte sich auch zum Rücktritt des Pfarrers von Zorneding.

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising (Archivbild: Sankt Michaelsbund/Schlaug) © Sankt Michaelsbund/Schlaug

Passau – Besorgt ist die Freisinger Bischofskonferenz über die hohe und zunehmende Aggressivität in der öffentlichen Auseinandersetzung über das Thema Flucht und Migration. Die Freisinger Bischofskonferenz fordert die Rückkehr zu einer differenzierten und gelasseneren Debattenkultur. Sie betont, dass Rassismus überall dort keine Chance hat, wo Menschen sich in ihrer kulturellen und religiösen Unterschiedlichkeit kennen- und gegenseitig respektieren lernen.

Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beim Zusammentreffen mit dem Oberbürgermeister von Passau, Jürgen Dupper, haben sich die Bischöfe über die konkreten Auswirkungen der Ankunft einer enormen Zahl von Flüchtlingen in der Stadt im vergangenen Herbst informiert. Mit großem Respekt würdigen sie die Leistungen der politisch Verantwortlichen, der Polizei, der Verwaltungsmitarbeiter und der ehrenamtlichen Helfer.

In Bayern sind nun verstärkt Christen aus den unterschiedlichen orientalischen Kirchen eingetroffen, die aus den Kriegs- und Krisengebieten des Nahen Ostens und Afrikas geflohen sind. Es ist von großer Bedeutung, dass diese Menschen mit ihren kirchlichen Traditionen bei uns geistliche Beheimatung und praktische Unterstützung finden. Hier sind in den kommenden Jahren besondere ökumenische Anstrengungen erforderlich.

Die Bischöfe sind erfreut über die eindrucksvolle Bilanz der katholischen Jugendarbeit in der Flüchtlingshilfe.

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Weihbischof Anton Losinger, hat die bayerischen Bischöfe über die Entwicklungen an der Hochschule informiert. So ist die katholisch-theologische Fakultät als bisher einzige in Deutschland im Verfahren für eine Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Professur dient der Erforschung neuer Perspektiven der „Theologie in Transformationsprozessen der Gegenwart“.

Zudem nimmt das neue Zentrum für Flucht und Migration im Rahmen einer Tagung am 14. und 15. April seine Arbeit auf.

Mithilfe des Projekts „Inklusives Leben und Lernen in der Schule“ soll in der Ausbildung von Lehramtsstudierenden aller Schularten der Gedanke und die Konzeption der Inklusion entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention verankert werden.

Weihbischof Anton Losinger informierte die Freisinger Bischofskonferenz darüber, dass das Verfahren der laufenden Präsidentenwahl auf einem guten Weg sei.

Kirchliches Arbeitsgericht

Anlässlich des Beginns der neuen Amtsperiode des Kirchlichen Arbeitsgerichts erster Instanz mit Sitz in Augsburg wurde der langjährige Vorsitzende Richter Heribert Staudacher verabschiedet.

Priesterausbildung

Die Bischöfe haben sich über die Situation der Priesterausbildung in den bayerischen Diözesen ausgetauscht. Die Freisinger Bischofskonferenz unterstreicht die Wichtigkeit einer qualifizierten Präsenz der Theologie an den Hochschulen. Die Bischöfe haben verschiedene Optionen für eine zukünftige Priesterausbildung diskutiert, die den Herausforderungen der Zeit angemessen ist.

Personalia

Jupp Joachimski wurde neuerlich zum Datenschutzbeauftragten der bayerischen Diözesen bestellt. Die Bischöfe danken ihm für die bisher geleistete Arbeit.

Patrona Bavariae

Die zentrale Wallfahrt der bayerischen Bistümer führt in diesem Jahr am 7. Mai nach Eichstätt. Bischof Gregor Maria Hanke lädt alle Gläubigen herzlich in seine Bischofsstadt ein. Höhepunkt ist ein Gottesdienst auf dem Eichstätter Residenzplatz. (pm/sts)


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