Kirchliche Finanzen Bayerische Bistümer bemühen sich um Transparenz

17.10.2013

Offenheit haben die katholischen Bistümer in Bayern beim Thema Finanzen angekündigt. Einige Diözesen gaben bereits konkrete Zahlen bekannt, andere wollen in Kürze nachziehen. Das Vermögen der Bistümer zu beziffern, ist aber nicht so einfach.

Der barocke Innenraum der Theatinerkirche in München (Bild: Sankt Michaelsbund)

München - Mehrere bayerische Bistümer haben ihre Finanzen offen gelegt oder Transparenz in Sachen Finanzen angekündigt. Während die Erzbistümer München-Freising und Bamberg bereits die Bilanzsumme oder das Vermögen des jeweiligen Erzbischöflichen Stuhls beziffert haben, kündigten Eichstätt, Regensburg und Würzburg eine Offenlegung an. Die Bistümer Augsburg und Passau prüfen ein entsprechendes Vorgehen.

So soll das Vermögen des Bischöflichen Stuhls in Regensburg veröffentlicht werden, sobald die zuständigen Gremien und Fachstellen damit befasst seien und das Material "vernünftig aufbereitet" sei. Das teilte Bistumssprecher Clemens Neck am Mittwoch auf Anfrage mit. Dies werde aber noch einige Zeit dauern. Auch das Bistum Würzburg kündigte eine Offenlegung an. Eine diözesane Sitzung müsse noch abgewartet werden, dann würden Informationen zum Bischöflichen Stuhl veröffentlicht, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit.

Das Bistum Eichstätt wolle die Öffentlichkeit informieren, sobald entsprechende Informationen und Erläuterungen bereit lägen, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das Bistum Passau verwies auf die derzeitige Sedisvakanz. Das Bistum warte auf die Ernennung des künftigen Bischofs. Ihm wolle man nicht vorwegnehmen, in welcher Form er die Mittel des Bischöflichen Stuhls strukturiere und veröffentlichen wolle. Derzeit könnten keine Angaben zum Vermögen des Bischöflichen Stuhls gemacht werden, lautete die Auskunft der Pressestelle am Donnerstag.

Ob das Bistum Augsburg die Finanzen des Bischöflichen Stuhls veröffentlicht, ist noch unklar. Auf Anfrage verwies es wie das Bistum Eichstätt auf seine Homepage mit dem dort veröffentlichten Haushaltsplan der Diözese. "Die Diözese Augsburg nimmt das Interesse an Information und Transparenz seit jeher ernst", heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Erst nach Erörterung in den betreffenden Gremien werde es eine Stellungnahme zu den Medienanfragen geben.

Das Erzbistum München-Freising hatte als erstes in Bayern am Dienstag die Bilanzsumme des sogenannten Erzbischöflichen Stuhls zum 31. Dezember 2012 auf 27,6 Millionen Euro beziffert. Darin seien alle Werte wie Immobilien und Geldvermögen enthalten. Die Bilanz werde einmal im Jahr von einem externen Wirtschaftsprüfer testiert.

Das Vermögen dagegen werde in der Finanzkammer verwaltet. Da diese gerade auf eine moderne Buchführung umgestellt werde, gebe es eine "konkrete, transparente, aber auch korrekte" Summe erst in einigen Jahren, sagte der Münchner Sprecher Bernhard Kellner. Die Schwierigkeit bestehe darin, allein die 7.000 Gebäude zu bewerten, darunter 1.200 Kirchen. Das gleiche gelte für 5.000 Hektar Wald, die in der Hand von 850 Rechtsträgern seien.

Am Mittwoch hatte ein Sprecher des Erzbistums Bamberg das Vermögen des dortigen Erzbischöflichen Stuhls auf 1,5 Millionen Euro beziffert, die zum Teil in Wertpapieren angelegt seien. Das Geld steht dem Erzbischof für Ausgaben zur Verfügung, die mit seinem Dienst und Dienstsitz verbunden sind. Der Erzbischöfliche Stuhl speist sich aus Zuweisungen der Finanzkammer oder aus Erbschaften und Spenden, die direkt an die Körperschaft des öffentlichen Rechts gehen.

Außerdem veröffentlichte die Erzdiözese auch das Diözesanvermögen. Dies betrage insgesamt 370 Millionen Euro, wovon 230 Millionen Euro zweckgebundene Rücklagen seien, über die nicht frei verfügt werden könne. Nicht mit eingerechnet sei dabei jedoch kirchlicher Grundbesitz. (kna)

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