Patrona-Bavariae-Wallfahrt Bayerische Christen pilgern zu "Maria Knotenlöserin"

10.05.2015

Mehrere tausend Christen aus ganz Bayern sind am Samstag zum Augsburger Gnadenbild "Maria Knotenlöserin" gepilgert. Die barocke Darstellung gehört zu den Lieblingsbildern von Papst Franziskus.

Gnadenbild der "Maria Knotenlöserin"
Gnadenbild der "Maria Knotenlöserin" (Bild: Kiderle)

Augsburg - Mehrere tausend Christen sind am Samstag nach Augsburg gepilgert. Im Rahmen der Patrona-Bavariae-Wallfahrt, die seit 2011 in jeweils einem bayerischen Bistum veranstaltet wird, waren die Gläubigen heuer beim Gnadenbild "Maria Knotenlöserin". Kardinal Reinhard Marx sprach von einem "ermutigendem Bild für die Kirche in ihren Suchbewegungen". Das Glaubensfest im Rahmen der bayerischen Patrona-Bavariae-Wallfahrt stand unter dem Motto Ehe und Familie. Nach Polizeiangaben nahmen rund 4.000 Menschen teil.

Die sogenannte Knotenmadonna in der Kirche Sankt Peter am Perlach neben dem Augsburger Rathaus wurde um 1700 vermutlich von Johann Georg Melchior Schmidtner (1625-nach 1707) gemalt. Es zeigt die von Engeln umgebene Muttergottes, wie sie Knoten aus einem langen Band löst - eine Allegorie für die Knoten des Lebens. Jorge Mario Bergoglio, der heutige Papst, war 1986 bei einem Augsburg-Besuch auf das Gnadenbild aufmerksam geworden und hatte es in seiner argentinischen Heimat bekannt gemacht.

Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa erneuerte zum Abschluss der Wallfahrt die Weihe seiner Diözese an Maria. "Wir vertrauen uns deiner mütterlichen Fürsprache an", sagte er im Beisein aller anderen bayerischen Bischöfe. Die Gläubigen sollten alles "Verworrene, Verschlungene und Verknotete" zur Gottesmutter bringen. Die Patrona-Bavariae-Wallfahrt wird in Bayern seit 2011 in jeweils einem Bistum veranstaltet. Der Abschluss ist für 2017 in München geplant. Dann jährt sich die Erhebung der Gottesmutter zur bayerischen Patronin zum 100. Mal.

Die Pilger waren zum Teil zu Fuß oder per Rad in Sternwallfahrten nach Augsburg gelangt. Im Zentrum der Fuggerstadt fanden Vorträge, Gesprächsrunden, musikalische Veranstaltungen sowie zahlreiche Mitmachaktionen für Jung und Alt statt. Das Motto der Wallfahrt lautete "Mit Maria auf dem Weg - ein Ja, das befreit!" Am Nachmittag fand im Dom ein Pontifikalgottesdienst statt. Es folgte eine Prozession zur Peterskirche, wo Zdarsa vor dem Gnadenbild die Weihe vornahm.

Marx sagte in seiner Predigt im Dom, das Bild der Knotenlöserin verdeutliche die "Nähe Gottes zu unserem Alltag und unseren Sorgen". Die Menschen müssten aus ihren Ängsten herausgeholt werden. Der Kardinal wandte sich zugleich gegen eine "falsch verstandene Frömmigkeit" sowie gegen "Engführung, Kleinkariertheit und Missmut". Er warb stattdessen für eine "Freiheit des Glaubens". Diese Freiheit bedeute aber nicht Ungebundenheit, sondern vollende sich in der Liebe und im Ja-Wort zu Gott. (kna/ks)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pilgern: Der Weg ist das Ziel Der Mai und Maria

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