Trachtenwallfahrt mit Weihbischof Haßlberger Bayern wie im Bilderbuch

19.08.2013

Weihbischof Bernhard Haßlberger hat zum 100-jährigen Jubiläum des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands den Wallfahrtsgottesdienst gefeiert. Die Sammlung beim Gottesdienst ist für die Hochwassergeschädigten der Region bestimmt.

Der Wallfahrtszug mit Weihbischof Bernhard Haßlberger (Foto: Karin Hammermaier)

„Das ist für mich einer der erhebendsten Tage des ganzen Jahres“, sagt Walter Weinzierl. Der Gauehrenvorstand des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands geht seit mehr als 40 Jahren bei der Gauwallfahrt des Verbands nach Schwarzlack (Dekanat Inntal) mit. Auch heuer hat er sich gemeinsam mit rund tausend weiteren Trachtlern zu Füßen der Brannenburger Kirche eingefunden – die Männer in kurzen Lederhosen, die Frauen in langen Dirndlkleidern. Angeführt von einem Kreuz gehen die Wallfahrer auf einem neu angelegten Waldweg rosenkranzbetend hinauf nach Schwarzlack. „Da droben, da war ein kleiner Weiher. Das Wasser war immer schwarz, darum der Name ,Schwarzlack‘“, erläutert Weinzierl. 1659, so ist im Kirchenführer nachzulesen, hat ein Eremit in der Nähe eine hölzerne Klause errichtet und darin ein Marienbild aufgestellt.

Der Trachtenverband – und erst recht seine Wallfahrt dorthin – sind deutlich jüngeren Datums: 1903 – also vor 110 Jahren – schlossen sich vier oberbayerische und fünf Tiroler Vereine in Kufstein zusammen, erzählt Weinzierl. Allerdings hielt die grenzüberschreitende Verbindung nur zwei Jahre. Im Lauf der Zeit wuchs der Verband um weitere bayerische Vereine an – heute sind es insgesamt 39 mit zusammen mehr als 13.000 Mitgliedern. Die Gauwallfahrt nach Schwarzlack wurde 1955 eingeführt. Eine Votivtafel rechts vorne in der Kirche, die Weinzierl hat malen lassen, erinnert an das 50-Jahr-Jubiläum mit Weihbischof Franz Dietl 2005.

Heuer, zum 110-jährigen Verbandsjubiläum, feiert Weihbischof Bernhard Haßlberger den Wallfahrtsgottesdienst. Er dankt nicht nur allen, die diesen Trachtenverband über 110 Jahre mitgetragen haben, sondern fordert die gegenwärtigen Mitglieder in seiner Predigt auch auf, sich gegenseitig zu unterstützen. So ist die Sammlung beim Wallfahrtsgottesdienst für die Hochwassergeschädigten bestimmt. „Auch das ist ein Zeichen, dass die Trachtler in Bayern zusammenhalten und gemeinsam im 21. Jahrhundert die Zukunft meistern“, unterstreicht Gauvorstand Georg Schinnagl.

Wie eine Wallfahrt habe das Leben der Menschen ein Ziel, nämlich bei Gott zu sein, führt Haßlberger weiter aus. Das ewige Leben sei überhaupt das Einzige, was bleibe, sagt ein Trachtler später auf dem Rückweg. Aber auch ganz irdische Dinge locken die Wallfahrer nach Schwarzlack – die Blasmusik oder der Blick auf die umliegenden Berge etwa. „Bayerisches Herz, was willst du mehr?“, fragt daher Gauehrenvorstand Weinzierl. Und so verweilen auch heuer wieder etliche Trachtler trotz hochsommerlicher Temperaturen nach dem Gottesdienst noch gern zum Frühschoppen. (Karin Hammermaier)

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