Ecuador-Partnerschaft Begegnung auf Augenhöhe

04.10.2017

Am Dienstag wurde eine neue Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Kirche Ecuadors und dem Erzbistum München und Freising unterzeichnet. Ziel des Vertrages: Die Vertiefung der seit 55 Jahren bestehenden Partnerschaft.

Kardinal Reinhard Marx und Erzbischof Luis Cabrera haben die neue Vereinbarung unterzeichnet.
Kardinal Reinhard Marx und Erzbischof Luis Cabrera haben die neue Vereinbarung unterzeichnet. © Kiderle

München – Die Erzdiözese München und Freising und die ecuadorianische Bischofskonferenz wollen ihre seit 55 Jahren bestehende Partnerschaft weiter vertiefen und ihren Austausch intensivieren. Dazu wurden konkrete Leitlinien und Strukturen in einer Vereinbarung festgelegt, die der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, sowie der Vizepräsident der Ecuadorianischen Bischofskonferenz (CEE) und Erzbischof von Guayquil, Luis Cabrera, am Dienstag in München unterzeichneten.

„Eine falsche Globalisierung führt zu hohen politischen, sozialen und ökologische Kosten und in der Folge zu neuem Nationalismus und Egoismus. Unser Freundschaftsvertrag dagegen ist ein konkretes Zeichen dafür, was Kirche global auf den Weg bringen soll – dass wir eine Menschheitsfamilie sind und uns auf Augenhöhe begegnen“, sagte Kardinal Marx anlässlich eines kurzen Festakts, an dem rund 20 ecuadorianische Bischöfe ebenso teilnahmen wie Diözesanratsvorsitzender Hans Tremmel, die Münchner Weihbischöfe Bernhard Haßlberger und Rupert Graf zu Stolberg, Generalvikar Peter Beer sowie Mitglieder des Domkapitels und Jugendvertreter.

Weitermachen mit Hoffnung und Freude

Erzbischof Cabrera betonte, dass die Freundschaft zwischen Ecuador und der Erzdiözese München und Freising getragen sei von „Geschwisterlichkeit, Solidarität, und einer transparenten und effizienten Zusammenarbeit – mögen wir weitermachen mit der gleichen Hoffnung und Freude“. Der Text der Vereinbarung wurde quer durch alle Partnerschaftsgruppen und Gremien in München und Ecuador in einem drei Jahre währenden Prozess gemeinsam entwickelt. Das Erzbischöfliche Ordinariat München legte die Partnerschaft als Querschnittsaufgabe für alle Fachressorts sowie die Finanzkammer fest. Die Vereinbarung soll kontinuierlich alle vier Jahre überprüft und dynamisch fortgeschrieben werden.

Partnerschaft seit 55 Jahren

Die Partnerschaft zwischen der Erzdiözese und der Kirche Ecuadors besteht seit der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Zahlreiche Pfarreien, Verbände und Gläubige in der Erzdiözese pflegen Kontakte in das südamerikanische Land, beispielsweise der Diözesanrat der Katholiken, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), das Kolpingwerk und die Katholische Landvolkbewegung. Mit jährlich rund zwei Millionen Euro unterstützt die Erzdiözese die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in Ecuador, beispielsweise den Bau von Schulen, Sanitätsstationen, Gemeindezentren oder Alteneinrichtungen.

Anlässlich ihres Ad-Limina-Besuches im Vatikan hatten die ecuadorianischen Bischöfe dem deutschen Partnerbistum einen dreitägigen Besuch abgestattet. In Kleingruppen begegneten sie Gläubigen in Gemeinden in München sowie im Umland und feierten mit ihnen Gottesdienste. Unter anderem besuchten sie am Montag die KZ-Gedenkstätte Dachau und informierten sich über die Arbeit der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg in Erdweg (Landkreis Dachau).

Erst Anfang September hatte Kardinal Marx für eine Woche das südamerikanische Land bereist und sich vor allem damit beschäftigt, welche Auswirkungen die Ausbeutung der Bodenschätze in Lateinamerika auf die Bevölkerung hat. Unter anderem besuchte er eine Goldmine und hielt mehrere Vorträge zur päpstlichen Umwelt- und Sozialenzyklika „Laudato si‘“. (pm)


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