Ausflugstipp Beim Erhartinger Stephaniumritt stehen Heilige im Mittelpunkt

23.12.2019

Die einzelnen Wagen des Festumzugs sind Heiligen gewidmet. Neben dem heiligen Stephanus ist auch die heilige Katharina oder der heilige Leonhard dabei. Auch der Patron des Erzbistums München und Freising ist „vor Ort“.

Die Patrone der Erhartinger Pfarrkirche Petrus und Paulus dargestellt auf einem Wagen beim Stephani-Umritt. © Josef Padlesak

Erharting – In Erharting findet am 26. Dezember – laut eigenen Angaben – der größte Stephaniumritt Bayerns mit lebenden Darstellungen aus den Heiligenlegenden statt. Veranstalter ist der Verein für Brauchtumspflege Erharting. Beginn ist um 14 Uhr.

Heilige zeigen sich „volksnah“

Der diesjährige Festzug erstreckt sich über eine Länge von fast einem Kilometer. Auf 20 Motivwagen werden Szenen aus dem Leben und dem Wirken von in der Region besonders verehrten Heiligen dargeboten. 80 Frauen, Männer und Kinder sind daran beteiligt. Symbolisch gesehen verlassen zu diesem Anlass die regional besonders verehrten Heiligen ihre angestammten Plätze in den Kirchen und Kapellen, um sich „volksnah“ den begeisterten Zuschauern zu zeigen.

Der Erzmärtyrer und ältester Rosspatron Oberbayerns, der heilige Stephanus, wird den Festzug anführen, der eingekreist von seinen Peinigern dem Martyrium der Steinigung entgegensieht. Die Apostelfürsten Petrus und Paulus legen mit ihrem Boot an den Gestaden des Sees Genezareth an, und auf einem weiteren Wagen nimmt Johannes der Täufer einen Täufling in die christliche Glaubensgemeinschaft auf, während die heilige Katharina auf ihre Hinrichtung durch das Schwert wartet. Von einem der folgenden Wagen blickt der heilige Leonhard wohlwollend auf das ihm anvertraute Vieh herab, während auf der nächsten Schaubühne der heilige Korbinian, begleitet von dem von ihm gezähmten Bären, das heidnische Volk missioniert. Korbinian gilt als erster Bischof von Freising und ist heute der Bistumspatron.

Kinder haben Festwagen gestaltet

Höchste Alarmstufe herrscht auf dem Festwagen des Patrons gegen Feuersgefahren St. Florian, der mit Löscharbeiten bei einem brennenden Haus beschäftigt ist. In der nächsten Abteilung sieht der Pestpatron St. Sebastian an einen Baum gefesselt seiner Hinrichtung durch römische Bogenschützen entgegen. Das religiöse Schauspiel ergänzen im weiteren Verlauf die heilige Cäzilia, Patronin der Kirchenmusiker, die versucht ihrer Lyra ein paar Töne zu entlocken und im weiteren Geschehen stößt der Erzengel Michael den garstigen Luzifer in den finsteren Höllenschlund. Die Heilige Elisabeth, das Rosenwunder darstellend, kümmert sich um ihre bedürftigen Untertanen.

Eine weitere Besonderheit bildet der von den Erhartinger Kindern im Rahmen des Ferienprogramms gestaltete Festwagen mit der Geburt Christi im Stall zu Bethlehem. Gefolgt wird dieser Wagen von der Szene „Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten“, stilecht dargestellt auf einem Esel, ebenfalls mit Kindern als mitwirkende Akteure. Das ganze Weihnachtsgeschehen begleiten die Heiligen Drei Könige, hoch zu Roß. Zwischen den einzelnen Motivwagen bilden Reitergruppen das optische „Rückgrat“ der Prozession zu Ehren des Rossheiligen Stephanus. (Leonhard Biermaier/kas)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten

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